Flugzeug-Feinstaub wird laut Basler Studie mit der Zeit toxischer

Feinstaub im Flugzeug-Abgas wird in der Atmosphäre mit der Zeit gesundheitsschädlicher. Zu diesem Befund kommt eine neue Untersuchung der Universität Basel. Die Studienautoren warnen vor Schutzlücken.

«Unsere Studie zeigt, dass es wichtig ist, über frisch emittierte Abgaspartikel hinauszuschauen», liess sich Studienautor Battist Utinger in einer Mitteilung der Universität Basel vom Donnerstag zitieren. «Diese Studie zeigt klar, dass die heutigen gesetzlichen Grundlagen, wie die Schweizerische Luftreinhalteverordnung, die Eigenschaften der toxischsten Feinstaubquellen und Feinstaubeigenschaften nicht genügend berücksichtigen», ergänzte Studienleiter Markus Kalberer.
Bisherige Messverfahren erfassen Schadstoffe primär frisch am Triebwerk. In der Realität verweilen die Abgase jedoch oft Stunden bis Tage in der Luft, bevor sie eingeatmet werden. Um herauszufinden, was das mit den Partikeln macht, simulierte das Basler Forschungsteam in einem sogenannten photochemischen Reaktor die Reaktionen von Abgasen aus Flugzeug-Düsentriebwerken und Schiffsdieseln über einen Zeitraum von ein bis zwölf Tagen. Zur Analyse diente ein an der Hochschule entwickeltes Spezialmessgerät.
Während die toxischen Eigenschaften der Schiffsemissionen über die Tage hinweg stabil blieben, stieg das sogenannte oxidative Potenzial der Flugzeugabgase mit zunehmendem Alter stark an. Gelangen diese gealterten Partikel tief in die Atemwege, können sie oxidativen Stress auslösen. Dieser Prozess begünstigt Entzündungen und kann langfristig zu Atemwegs- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen führen.
Verantwortlich dafür sind laut den Forschenden chemische Reaktionen der Nanopartikel mit Luftbestandteilen, die durch die Sonneneinstrahlung ausgelöst werden.
https://doi.org/10.1039/d5ea00174a






