Stadt Basel

    Experte: Unsere Wälder entwickeln sich «Richtung Savanne»

    Riccardo Schmidlin
    Riccardo Schmidlin

    Basel,

    Die anhaltende Trockenheit setzt den Schweizer Wäldern und Wildtieren zu. Experten beobachten bereits deutliche Folgen: geschädigte Bäume und kleinere Rehe.

    Wälder
    Die Folgen der Trockenheit auf die Wälder sind verheerend. - Screenshot SRF

    Das Wichtigste in Kürze

    • Flachwurzelnde Buchen erreichen bei Trockenheit kaum noch Wasser.
    • Trockenheit verdrängt Würmer in tiefere Bodenschichten und erschwert Vögeln die Nahrungssuche.
    • Rehkitze bleiben kleiner, während Wildschweine häufiger an Flüsse ausweichen.

    Die anhaltende Trockenheit nach dem Hitzesommer 2026 setzt den hiesigen Wäldern zu. Die massive Änderung überrascht selbst den Waldexperten Ansgar Kahmen, Professor für Biologie an der Universität Basel. Auf einem Testgelände untersucht er, wie Bäume auf Hitze und Trockenheit reagieren.

    «Die Geschwindigkeit, mit der diese Schäden dieses Jahr aufgetreten sind, hat uns doch überrascht», sagt er gegenüber der SRF-«Tagesschau».

    Er habe zwar immer gewusst, dass der Klimawandel sich auf den Wald auswirken und es zu massiveren Veränderungen kommen werde.

    Aber: «Wie schnell das vonstatten geht, hätten wir so nicht vorhersagen können.»

    Ohne menschliches Eingreifen wird Baumdichte geringer

    Besonders betroffen sind Baumarten wie Buchen mit flachen Wurzeln. Ist es trocken, kommen die Bäume nicht ans tiefer gelegene Wasser im Boden.

    Die Anpassungsfähigkeit hält sich in Grenzen. «Man kann aus einer Buche keinen Kaktus machen», sagt er.

    Kahmen warnt: «Wenn man das sehr pointiert ausdrücken möchte, dann kann man tatsächlich sagen, dass die Entwicklung in Richtung Savanne geht.»

    Die Savanne ist eine tropische Landschaft mit viel Gras und einzelnen Bäumen, die vor allem in Afrika vorkommt.

    Ohne menschliches Eingreifen gebe es offenere Bestände und weniger Bäume pro Fläche. Aufgehalten werden könne dieser Trend, indem Baumarten gepflanzt werden, die besser mit Trockenheit umgehen können.

    Rehe sind wegen Trockenheit kleiner

    Nicht nur Bäume, auch Tiere leiden unter den trockenen Bedingungen. Im Wald bei Aarau zeigt Erwin Osterwalder, kantonaler Fachbereichsleiter Jagd, der SRF-Sendung «Schweiz aktuell» wie trocken der Boden wirklich ist.

    Er gräbt mit den Händen in die Erde und stellt fest: «Es ist trocken. Und wenn man hinuntergräbt, ist es sehr trocken. Die Würmer haben sich in tiefere Schichten zurückgezogen.»

    Vögel kommen nicht mehr an die Nahrung heran. Auch grössere Wildtiere sind betroffen.

    Rehkitz
    Rehitze sind dieses Jahr kleiner. - keystone

    Rehkitze – also junge Rehe – sind in diesem Jahr kleiner als üblich. Osterwalder beschreibt die Situation: «Sie sind kleiner und haben noch weisse Punkte. Vom Gewicht her sind sie zurückgeblieben.»

    Viele Tiere weichen in Gebiete mit mehr Wasser aus. Wildschweine etwa seien vermehrt an grösseren Flüssen anzutreffen.

    Trotz dieser Beobachtungen sieht Osterwalder den Tierbestand im Kanton Aargau nicht in akuter Gefahr. Er sagt: «Wir haben keine Anzeichen, dass mehr Tiere als sonst sterben.» Für einzelne Individuen könne es aber ein existenzielles Problem sein.

    Kommentare

    User #1699 (nicht angemeldet)

    Im Reussthal und auch anderswo, wo früher die Ausläufer der Gletscher waren besteht der Untergrund aus Geröll, Sand, Lehm und aus maximal 50cm Humus. Da haben Flachwurzler schon seit jeher Probleme. Aber man wollte schnellwachsendes Gehölz, wie die Dadelbäume ja sind. Kein Wunder, dass diese heute absterben.

    User #6518 (nicht angemeldet)

    bla bla bla, pberall roden sie gerade die waldränder damit noch mehr licht direkt den boden trift und den morgentau auch nicht mehr vom geshäst auf dem boden riselt

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