Stadt Basel

Kapo Basel-Stadt bildet erstmals Deutsche mit B-Bewilligung aus

Simon Huber
Simon Huber

Basel,

Die Kantonspolizei Basel-Stadt geht neue Wege bei der Personalsuche. Erstmals werden vier deutsche Bewerberinnen und Bewerber mit B-Bewilligung ausgebildet.

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Erstmals stellt die Kantonspolizei Basel-Stadt deutsche Bewerberinnen und Bewerber mit B-Bewilligung an. (Symbolbild) - keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Kapo Basel-Stadt bildet ab Herbst erstmals Deutsche mit B-Bewilligung aus.
  • Bisher war dafür eine C-Bewilligung mit mindestens fünf Jahren Aufenthalt nötig.
  • Der Entscheid soll den anhaltenden Personalmangel beim Korps lindern.

Personalmangel bei der Polizei ist längst kein Basler Einzelfall, doch nun geht der Kanton einen ungewöhnlichen Weg.

Im Herbst starten vier Bewerberinnen und Bewerber mit deutscher Staatsbürgerschaft die Ausbildung bei der Kantonspolizei Basel-Stadt. Dies, obwohl sie lediglich über eine B-Bewilligung verfügen.

Das bestätigt Kantonspolizeisprecher Stefan Schmitt gegenüber dem «SonntagsBlick». Eine B-Bewilligung ist eine zunächst auf fünf Jahre befristete Aufenthaltsgenehmigung.

Bisher war eine C-Bewilligung Pflicht

Bereits seit 1997 stellt die Basler Kantonspolizei ausländisches Personal an, ebenso wie die Korps von Schwyz, Jura, Neuenburg und Genf. Bislang war dafür aber immer eine C-Bewilligung nötig, also ein unbeschränktes Bleiberecht nach mindestens fünf Jahren in der Schweiz.

Wie die Zeitung berichtet, existiert die Idee, künftig auch Bewerber mit B-Bewilligung zuzulassen, bereits seit rund drei Jahren. Auslöser war, dass die Kantonspolizei einen Teil der Stellen nicht besetzen konnte. Eine Arbeitsgruppe prüfte seither die rechtlichen Voraussetzungen für eine Lockerung.

Weder Gesetz noch Verordnung verlangen C-Bewilligung

Wie sich zeigte, verlangen weder das Polizeigesetz noch die zuständige Verordnung explizit eine C-Bewilligung oder die Schweizer Staatsbürgerschaft, so Schmitt. Die Verantwortlichen entschieden sich deshalb für einen zeitlich befristeten Versuch mit Bewerbern mit B-Bewilligung.

Sollten Schweizer Polizeikorps auch ausländisches Personal ohne Schweizer Pass anstellen?

Die vier künftigen Polizistinnen und Polizisten erfüllten laut Schmitt die gesetzlich geforderte Verbundenheit und Vertrautheit mit Basel. In den ersten zwei Jahren würden die Erfahrungen laufend überprüft.

Schmitt begründet den Schritt auch mit der Grenzlage: Basel-Stadt grenze zu fast zwei Dritteln an Deutschland oder Frankreich und beschäftige viele Grenzgänger.

Dreiländereck
Basel-Stadt grenzt zu fast zwei Dritteln an Deutschland oder Frankreich. - keystone

Interkulturelle Kompetenzen kämen dem Polizeikorps deshalb entgegen. Zudem müssten die neuen Mitarbeitenden die Deutschschweizer Dialekte einwandfrei verstehen.

Der Verband Schweizerischer Polizei-Beamter sieht die Anstellung ausländischer Bewerber kritisch, auch mit C-Bewilligung. In einem Positionspapier fordert der Verband, die Schweizer Staatsbürgerschaft als Voraussetzung zu definieren.

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