Pierre Huyghe macht Momente in der Fondation Beyeler einzigartig

Erstmals gibt es in der Schweiz eine Einzelausstellung des französischen Installationskünstlers Pierre Huyghe zu sehen. Die Fondation Beyeler in Riehen BS lädt darin zum Erleben von gleichwohl einzigartigen wie vergänglichen Momenten ein.

Schon beim Betreten des ersten Raumes gelangt man auf einen weichen, bedruckten Teppich, der sich durch die ganze Ausstellung zieht. Man steht auf dem Werk, «Light Dust» (2026), das je nach Lichteinfall anders aussieht.
Im Raum steht lediglich eine Wand mit einem Loch, um das sich Ameisen tummeln. Es handelt sich um die Installtion «Umwelt» (2011). Und dahinter ist die weisse Ausstellungswand durchbrochen von einem Fenster, das in wechselndem Rhythmus mal opak und mal transparent ist. Der Raum wird nie zweimal genau derselbe sein.
«Lebend, wechselnd, sich entwickelnd – das Konzept der Metamorphose ist sehr wichtig», sagte Ausstellungskuratorin Mouna Mekouar zur Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Die Ausstellung sei ortsspezifisch für die Räume der Fondation Beyeler entwickelt und als Landschaft konzipiert worden, um in Huyghes Werke einzutauchen.
In einem Raum ist ein Film zu sehen, der ein anthropomorphes Wesen zeigt, wie es in der nuklearen Sperrzone um Fukushima mit den verlassenen Überresten des menschlichen Alltags interagiert («Human Mask», 2014). Und einmal steht man vor einem im Wasser schwebenden Stein («Cambrian Explosion 19», 2013), um von einem Geräusch aus einem anderen Raum aus dem Moment gerissen zu werden.
Und dann sind da noch die dunklen Löcher in den Wänden, aus denen Atemgeräusche dringen, als würden die Räume oder etwas zwischen ihnen schwer schnaufen. Die Werke bewohnen die Räume und die Besuchenden nehmen daran Teil, wie Mekouar sagte. Sie könnten irgendwo und irgendwann sein, «ausserhalb der Zeit» – genau das sei das Talent von Pierre Huyghe.
Einige der Installationen beherrschen ihre Räume visuell und akustisch, oft mir starken Kontrasten, andere sind minimalistisch und einfach nur da, und dennoch kaum zu übersehen. Die Ausstellung funktioniert vor allem dann, wenn man sich auf ihre Wandelbarkeit einlässt und ihre Wirkung im Moment beobachtet, statt nach einer Ordnung mit Anfang und Ende zu suchen.
Pierre Huyghe wurde 1962 in Paris geboren und arbeitet in der chilenischen Hauptstadt Santiago. Seine Ausstellung haben ihm weltweite Anerkennung beschert und seine Werke sind in zahlreichen hochkarätigen Sammlungen vertreten. Die Ausstellung in der Fondation Beyeler öffnet am am Sonntag ihre Tore und dauert bis zum 13. September.




