BLKB schreibt tiefere Gewinnzahlen nach Radicant-Debakel

Die Basellandschaftliche Kantonalbank (BLKB) hat im vergangenen Jahr das Debakel um die Online-Bank Radicant zu spüren bekommen. Das Staatsinstitut verzeichnete einen Gewinnrückgang und löste Bankreserven auf. Die Ausschüttung an den Kanton und die Anteilseigner bleibt auf Vorjahreshöhe.

Der Geschäftserfolg des BLKB-Konzerns als Mass für das operative Ergebnis sank 2025 um rund 40 Prozent auf 122,3 Millionen Franken, wie den am Donnerstag veröffentlichten Zahlen zu entnehmen ist. Unter dem Strich resultierte ein um 7 Prozent tieferer Jahresgewinn von 154,4 Millionen Franken.
Der Ausstieg aus der Online-Tochterbank Radicant habe das Konzernergebnis im vergangenen Jahr mit insgesamt 102,2 Millionen Franken belastet, wie die BLKB schreibt. Teilweise kompensiert werde dies durch die Auflösung von Bankreserven im Umfang von 50 Millionen Franken.
Die Inhaber von BLKB-Zertifikaten sollen dennoch eine Dividende in Vorjahreshöhe von 42 Franken je Anteilsschein erhalten. Die Ausschüttung an den Kanton Basel-Landschaft bleibt ebenfalls praktisch auf Vorjahreshöhe: Der Haupteigner der Bank erhält eine Gewinnablieferung und eine Abgeltung der Staatsgarantie in Höhe von 71,7 Millionen Franken nach 72,8 Millionen Franken im Jahr davor.
Die BLKB wollte mit ihrer 2021 gestarteten Tochtergesellschaft Radicant schweizweit Kundinnen und Kunden für nachhaltiges Geldanlegen gewinnen. Nachdem die Kundenzahlen unter den Erwartungen blieben und nach der fehlgeschlagenen Übernahme des Fintechs Numarics beschloss die Bankführung Ende 2025 die Liquidation von Radicant.
Seit dem Start der Online-Bank bis zum Abschluss der Liquidation dürften sich die Gesamtkosten für das Radicant-Abenteuer auf 180 bis 190 Millionen Franken betragen, wie die BLKB schreibt. Mit dem Abschluss 2025 seien die erforderlichen Kosten für die getätigten Investitionen und die geplante Liquidation von Radicant vollumfänglich berücksichtigt.
Die Ereignisse rund um Radicant haben auch zu heftigen Reaktionen in der Baselbieter Politik geführt. Der Baselbieter Landrat will insbesondere die Ereignisse um die Numarics-Übernahme nun von einer Parlamentarische Untersuchungskommission (PUK) prüfen lassen. Auch die Finanzmarktaufsicht Finma hat eine Untersuchung eingeleitet.
BLKB-CEO John Häfelfinger sowie Bankratspräsident Thomas Schneider waren in der Folge der Ereignisse im vergangenen Sommer zurückgetreten, beide Posten sind derzeit interimistisch besetzt. Die hängigen Personalentscheide sollen nun bald gelöst werden: Die Nachfolgerinnen beziehungsweise Nachfolger für die vakante CEO-Position sowie für das Bankratspräsidium würden «in den kommenden Wochen» gewählt, heisst es.
Derweil hat die Kantonalbank in ihrem ordentlichen Geschäft 2025 wachsen können: Insgesamt stieg der Geschäftsertrag um 4,6 Prozent auf 499,1 Millionen Franken. Im wichtigen Zinsengeschäft legte der Nettoerfolg dabei mit einem Plus von 0,3 Prozent auf 344,3 Millionen Franken nur leicht zu.
Im Hypothekengescbäft war die Bank derweil nur langsam unterwegs. So erhöhten sich die Hypothekarforderungen um leichte 0,6 Prozent auf 24,6 Milliarden Franken.
Wachsen konnte die BLKB erneut im Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft (+5,6% auf 97,4 Millionen Franken). Dabei konnte sie von einer positiven Marktentwicklung aber auch von einem guten Vertriebsleistung profitieren, wie sie schreibt. Auch der Handelserfolg lag deutlich über dem Vorjahr.
Für das laufende Jahr 2026 gibt sich die Bank nicht zuletzt aufgrund der «ungewissen Geopolitik» zurückhaltend. Insgesamt gehe die BLKB aber im laufenden Geschäftsjahr von einem «leicht tieferen Geschäftsgang» im Vergleich zum Vorjahr aus – dies unter Ausklammerung der «Sondereffekte».






