Bund pfeift Post nach der Schalterschliessung in Riehen BS zurück

Die eidgenössische Postkommission (Postcom) rügt die Post wegen der Schalterschliessung in einer Apotheke in Riehen BS. Sie kritisiert, dass die Post die Gemeinde nicht fristgerecht darüber informierte und fordert, eine Lösung für eine Postagentur im Niederholz-Quartier zu suchen.

Nach der Postverordnung darf die Post erst dann einen ihrer Standorte einstellen, nachdem die Postcom ihre Empfehlung abgegeben hat, wie diese am Montag mitteilte. Die Post schloss jedoch ihren Schalter Riehen Rauracher bereits am 31. Januar 2026 und damit vor einer Abgabe einer Empfehlung.
Zudem muss die Post mindestens sechs Monate vor einer Schliessung mit den Behörden der betroffenen Gemeinde in den Dialog treten und eine einvernehmliche Lösung suchen, wie es weiter im Postcom-Communiqué heisst. Die Post nahm zwar im August 2025 mit der Gemeinde Riehen Kontakt auf. Aufgrund der Kommunalwahlen fand das Gespräch jedoch erst am 1. Dezember statt und somit mehrere Monate zu spät.
Die Postcom empfiehlt daher, dass sich die Post in Zusammenarbeit mit der Gemeinde bemühen sollte, in Riehen Süd weiterhin ihre Dienstleistungen anbieten zu können. Zudem soll sie auch bei Postagenturen die vorgegebenen Zeitpläne einhalten, wie es weiter heisst.
Die Amavita-Apotheke hatte ihre Zusammenarbeit mit der Post eingestellt. Da die Post keine Nachfolgelösung für das Niederholz-Quartier finden konnte, stellte sie ihren Schalter per Ende Januar 2026 ein. Somit gibt es in der Gemeinde mit rund 22'500 Einwohnerinnen und Einwohnern nur noch eine Poststelle, die Filiale an der Bahnhofstrasse. Der Gemeinderat lehnt die Schliessung ab.




