In Basel setzen Junge seit Rabatt vermehrt auf Jahres-U-Abos

Seit das Jugend-U-Abo im Kanton Basel-Stadt für 365 Franken pro Jahr zu haben ist, setzen Junge im Kanton deutlich vermehrt auf Jahresabos. Dies zeigen Zahlen des Tarifverbunds Nordwestschweiz (TNW).

Im Jahr 2025 wurden im Kanton Basel-Stadt insgesamt 167'357 Monatsabo-Äquivalente für Junge (6 bis 24 Jahre) verzeichnet, wie aus der Statistik des TNW hervorgeht, die der Nachrichtenagentur Keystone-SDA vorliegt. Davon seien deutlich mehr auf die Käufe von Jahresabos (131'837) als auf die Käufe von Monatsabos (35'521) zurückzuführen. Das Verhältnis lag bei rund 3,7 zu 1.
Ein Monatsabo-Äquivalent entspricht einem Monatsabo oder einem Monat, für den im jeweiligen Jahr ein Jahresabo gültig ist. Der TNW rechnet mit gültigen Abos statt mit Käufen, weil sich ein Jahresabo über zwei Kalenderjahre erstrecken kann.
Der Trend hatte sich schon im Jahr 2024 angedeutet. Am 1. April vor zwei Jahren wurde das Jugend-U-Abo für die 2. Klasse im Kanton Basel-Stadt von 542 auf 365 Franken pro Jahr vergünstigt. Damals gingen von insgesamt 136'801 Äquivalenten deren 82'815 auf Jahres- und 53'985 auf Monatsabos zurück, wie es in der Statistik steht. Das Verhältnis betrug damals 1,5 zu 1.
Im Vergleich dazu waren es im Jahr 2023, also vor der Preisreduktion des Jugend-U-Abos durch den Kanton, noch mehr Äquivalente durch Monatsabos (71'956) als durch Jahresabos (47'909) gewesen, wie die Zahlen zeigen. Das Verhältnis lag ebenfalls bei rund 1,5 zu 1, allerdings zugunsten von Monatsabos. Im Jahr 2019, vor der Corona-Baisse, war das Verhältnis mit gleichem Einschlag ähnlich wie 2023.
Die Vergünstigung des Jahresabos für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene im Kanton Basel-Stadt geht auf eine überparteiliche Volksinitiative zurück. Sie war im Juni 2021 mit 3522 Unterschriften zustande gekommen und forderte, dass alle Personen im Kanton bis zur Vollendung des 20. Lebensjahrs den öffentlichen Verkehr gratis nutzen können.
Die Regierung hatte sich für die Ablehnung der Initiative ausgesprochen und die vorberatende Umwelt-, Verkehrs- und Energiekommission (Uvek) hatte ihr einen Gegenvorschlag gegenübergestellt. Dieser hatte die heute gültige Subventionierung und entsprechende Vergünstigung des U-Abos vorgesehen.
Nachdem der Grosse Rat dem Gegenvorschlag im Mai 2023 deutlich zugestimmt hatte, hatten die Initiierenden ihr Anliegen im Juni zurückgezogen.
In den Kantonen Baselland, Aargau, Solothurn und Jura, wo das Jugend-U-Abo pro Jahr mehr kostet, gehen seit langer Zeit mehr Äquivalente für Junge auf Jahresabos als auf Monatsabos zurück. So waren im Jahr 2025 im Kanton Baselland von insgesamt 233'851 Äquivalenten deren 138'062 auf die Käufe von Jahres- und 95'789 auf jene von Monatsabos zurückzuführen.
Aus dem TNW-Jahresrückblick 2024 ergibt sich, dass die Durchdringung (Anteil Personen mit U-Abos an der Bevölkerung innerhalb einer Altersgruppe) bei den Jungen in den ländlichen Gemeinden verhältnismässig hoch ist – ganz im Gegenteil zu den Abos für Erwachsene oder Senioren.
«Generell wird beobachtet, je weiter eine Gemeinde vom Zentrum Basel entfernt ist, desto höher ist der U-Abo-Anteil für Jugend an der Jugendbevölkerung, auch bedingt durch den Weg zur Bildungsstätte», schreibt TNW-Geschäftsführer Adrian Brodbeck auf Anfrage von Keystone-SDA. Seit der Vergünstigung habe Basel-Stadt bei den Jungen beim Anteil der Bevölkerung mit U-Abo gar die anderen Kantone überholt.
Im Kanton Baselland ist eine Initiative von fünf Jungparteien hängig, die das U-Abo für Junge nach baselstädtischem Vorbild vergünstigen will. Bei einer Annahme würde es aber wohl nicht zu einem Kaufschub wie im Stadtkanton kommen. «Wenn die Ausgangslage höher ist, werden bestehende Abos vergünstigt und das Potential des Zuwachses ist geringer», prognostiziert Brodbeck.
Das heisst, dass bei einer ohnehin schon hohen Durchdringung mit weniger neuen Kundinnen und Kunden zu rechnen wäre. Dafür würde der bereits hohe Anteil der jungen Bevölkerung, der ohnehin ein U-Abo nutzt, finanziell entlastet.





