Basel: Assistenzärzte arbeiten künftig eine Stunde weniger

Das Universitätsspital Basel senkt die Wochenarbeitszeit der Assistenzärztinnen und Assistenzärzte ab dem 1. Januar 2027 von 46 auf 45 Stunden.

Das Universitätsspital Basel (USB) reduziert die Wochenarbeitszeit der Assistenzärztinnen und Assistenzärzte ab dem 1. Januar 2027 von 46 auf 45 Stunden (+4 Stunden Weiterbildungszeit). In Pilotkliniken testet das USB, wie die Arbeitszeitreduktion in unterschiedlichen Fachbereichen nachhaltig umsetzbar ist und prüft gleichzeitig, ob weitere Arbeitszeitreduktionen möglich sind. Damit trägt das USB der Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt Rechnung und stärkt seine Attraktivität als Arbeitgeber langfristig.
Der Fachkräftemangel im Gesundheitswesen verschärft sich, gleichzeitig steigen die Anforderungen an die medizinische Versorgung. Die Digitalisierung verändert Abläufe und Berufsbilder grundlegend, während die nächste Generation von Fachkräften neue Anforderungen an ihr Arbeitsumfeld stellt. Wer in diesem Umfeld qualifizierte Ärztinnen und Ärzte gewinnen und halten will, muss langfristig tragfähige Arbeitsbedingungen schaffen.
Das USB stand dazu in gutem Austausch mit dem Verband der Schweizer Assistenz- und Oberärztinnen und -ärzten beider Basel (VSAO Basel). Die Spitalleitung hat in einem ersten Schritt eine Reduktion der Wochenarbeitszeit für Assistenzärztinnen und Assistenzärzte um 1 Stunde beschlossen. Der Verwaltungsrat hat den Entscheid am 22. September 2026 genehmigt.
Verantwortung als eines der grössten Lehrspitäler der Schweiz
Das Unispital Basel bietet jährlich über 1'000 Aus- und Weiterbildungsplätze für die medizinischen Fachkräfte von morgen. Zahlreiche junge Ärztinnen und Ärzte absolvieren einen wesentlichen Teil ihrer Weiterbildung zur Fachärztin oder zum Facharzt am USB. «Die Ärztinnen und Ärzte, die heute bei uns lernen, versorgen morgen die Bevölkerung. In Zeiten von Fachkräftemangel wollen wir die Ärztinnen und Ärzte möglichst von administrativen Arbeiten entlasten. Die Effizienzgewinne geben mehr Freiräume, die wir für die Behandlung der Patientinnen und Patienten und für die Reduktion der Arbeitszeit der Assistenzärztinnen und -ärzte am USB einsetzen», sagt Spitaldirektor Dr. med. Rakesh Padiyath.
Entlastung dank Prozessoptimierung
Die Reduktion soll durch gezielte Prozessoptimierungen ermöglicht werden, ohne zusätzliche Belastungen auf Oberärztinnen und Oberärzte oder andere Berufsgruppen zu verlagern. Eine zentrale Rolle spielt dabei die Digitalisierung: Wo administrative Aufgaben vereinfacht und Abläufe digital unterstützt werden, gewinnen Ärztinnen und Ärzte Zeit für ihre Patientinnen und Patienten und für ihre Weiterbildung. So verbindet das USB bessere Arbeitsbedingungen mit einem verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen.
Zukunftsfähig aufgestellt
Mit diesem Entscheid setzt das USB ein wichtiges Signal für die Arbeitssituation junger Ärztinnen und Ärzte. Über eine mögliche weitere Reduktion der Arbeitszeit entscheidet das USB auf Basis der Erfahrungen aus der Umsetzung. So bleibt das USB auch in einem anspruchsvollen Umfeld zukunftsfähig, als attraktiver Arbeitgeber und als Ausbildungsort für die Medizin von morgen.



