Stadt Basel

Basler Fasnächtler fühlen sich «vor Kopf gestossen»

Etienne Sticher
Etienne Sticher

Basel,

Die Brandschutzbehörden schliessen mehrere Keller von Basler Fasnachts-Cliquen. Diese kritisieren den Entscheid so kurz vor dem Morgenstraich.

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In den Kellern der Basler Fasnacht-Cliquen wurden die Brandschutzmassnahmen verstärkt. - keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Mehrere Cliquen-Keller wurden geschlossen, für die anderen gelten Gäste-Obergrenzen.
  • Ein Cliquen-Obmann klagt, man verliere so das Zuhause.
  • Er kritisiert, dass der Entscheid so kurz vor dem Morgestraich kommuniziert wurde.

Nach der Brandkatastrophe von Crans-Montana hat die Feuerpolizei die Keller der Basler Fasnachts-Cliquen unter die Lupe genommen und hart durchgegriffen: Mehrere Lokale müssen wegen fehlender Fluchtwege schliessen, bei allen wurde die Maximalzahl der Gäste auf 50 begrenzt. In einem offenen Brief äussern 31 Vereine, darunter die Naarebaschi, die Alti Richtig oder die BMG, nun ihren Unmut.

Gegenüber der «Basler Zeitung» äussert sich Philippe Moser, Initiator des Schreibens und Obmann der Barbara-Clique: Sie fühlten sich «vor den Kopf gestossen». Denn die Entscheide der Behörden wurden nur zwei Wochen vor dem Morgestraich kommuniziert.

Das sei für die Cliquen «sehr schwierig», denn einige seien nun heimatlos. Viele Cliquen haben zudem mehr als 50 Mitglieder. Da die Obergrenze für die Keller bei 50 Gästen liegt, müssen auch sie Lösungen suchen. «Wenn wir uns nicht mehr in Vollzahl in den Kellern treffen können, verlieren wir unser Zuhause», sagt Moser.

Er kritisiert, dass nicht alle Cliquen in die Diskussion und Lösungsfindung mit der Regierung einbezogen worden sind. «Wir stehen vor vollendeten Tatsachen.»

Fasnächtler: Maximalbelegungszahlen wurden grosszügig gehandhabt

Auch sei die Kontrollpraxis widersprüchlich gewesen: Einige Cliquen mussten ihre Keller zuerst schliessen. Nach einem zweiten Kontrollgang hätten sie dann die Bewilligung doch erhalten.

Der Kanton hat wegen der Kellerschliessungen alternative Pausen- und Verpflegungsräume bereitgestellt. Moser kritisiert aber, dass diese teils nicht direkt an der Cortège-Route liegen. «Für viele Cliquen ist es innert dieser kurzen Frist unmöglich, den Routenplan noch einmal auf den Kopf zu stellen.»

Freust du dich auf die Basler Fasnacht?

Die Fasnächtler zeigen angesichts der Katastrophe im Wallis Verständnis und betonen: «Sicherheit steht auch bei den Betreibenden der Keller an oberster Stelle.» Jeder Keller besitze eine Betriebsbewilligung, es gelte ein Rauchverbot. In den vergangenen Jahren sei die Maximalbelegungszahl an der Fasnacht von allen Seiten grosszügig gehandhabt worden, sagt Moser.

Für die Zukunft wollen die Fasnächtler eine «gute, einheitliche und transparente Kommunikation». Dadurch soll Sicherheit auch künftig an oberster Stelle stehen, «aber keine Tradition verloren gehen». Deshalb streben die Cliquen einen runden Tisch mit den Behörden an.

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