Verwechslung: Autos bremsen vor «Tempo 30»-Plakat ab

Mit einer Plakatkampagne hat der TCS beider Basel den Abstimmungskampf um Tempo 30 lanciert. Doch das Sujet bremst den Verkehr schon vor dem 8. März aus.

Das Wichtigste in Kürze
- Der TCS beider Basel geht mit einer Plakatkampagne gegen die Tempo-30-Initiative vor.
- Doch die darauf abgebildeten Verkehrsschilder sorgen für Probleme im Strassenverkehr.
- Moderne Autos mit Assistenzsystemen bremsen automatisch auf Tempo 30 runter.
Tempo 30 statt Tempo 50 auf Kantons- und Quartierstrassen im Baselbiet: Nach Vorbildern in Kantonen wie Zürich und St. Gallen fordert nun auch das Ja-Komitee im Kanton Basel-Landschaft tiefere Tempolimits.
Entschieden dagegen stellt sich der TCS beider Basel. Im Vorfeld der Abstimmung vom 8. März hat er im Baselbiet eine entsprechende Plakatkampagne lanciert.
Künftig soll die Bevölkerung mitentscheiden können, wenn es um die Einführung von Tempo 30 in ihrer Gemeinde geht.
Schwarz auf gelbem Hintergrund steht auf den Plakaten: «Bald überall Tempo 30?» Daneben ist ein durchgestrichenes Tempo-50-Schild zu sehen, das symbolisch durch ein Tempo-30-Schild ersetzt wird.
Nur blöd: Moderne Autos mit Assistenzsystemen – etwa Tesla-Modelle – verwechseln das Plakat mit einem echten Schild und reagieren darauf. Vereinzelt bremsen die Fahrzeuge automatisch ab.
TCS: «Wollen ja eigentlich die Ausbremsung verhindern»
Wie die «Basler Zeitung» berichtet, wurden entsprechende Vorfälle bereits der Polizei gemeldet. Auch dem TCS ist die Panne im Abstimmungskampf bekannt.
Man nehme die Meldungen ernst, heisst es beim Touring Club. Die Verkehrssicherheit dürfe nicht gefährdet werden.
Dennoch zeigt sich der TCS selbst überrascht. «Es ist fast ironisch, wir wollen ja eigentlich mit der Initiative die Ausbremsung verhindern», wird er zitiert.
Noch seltenes Phänomen
Für Menschen ist klar erkennbar, dass es sich bei den abgebildeten Schildern um Werbung handelt. Für Fahrassistenzsysteme ist diese Unterscheidung offenbar schwieriger.
Betroffene Autofahrer können jedoch vorerst aufatmen: Noch ist das Phänomen selten. Derzeit betrifft es laut Schätzungen weniger als zwei Prozent der Fahrzeuge auf Schweizer Strassen.
Zwar dürfte dieser Anteil mit der zunehmenden Verbreitung von Assistenzsystemen steigen – aktuell bleibt das Problem aber die Ausnahme.











