Stadt Basel

Kleinbasler Ehrengesellschaften nehmen zwei Frauen auf

Keystone-SDA Regional
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Basel,

Erstmals seit mehreren Jahrhunderten nehmen die Kleinbasler Ehrengesellschaften Frauen auf. Die beiden neuen Gesellschaftsschwestern Emélie Dunn und Anna Svea Grafström Burkhardt feierten am Dienstag ihren ersten Vogel Gryff als Mitglieder dieser Korporationen.

Vogel Gryff
Der Vogel Gryff erhält Gesellschaftsschwestern: Erstmals seit Jahrhunderte nehmen die «3E» in Basel Frauen auf. - keystone

Die Vorgesetztenversammlung nahm die Aufnahmen im Dezember 2025 vor. Die neuen Namen blieben traditionsgemäss bis zum Vogel Gryff unter Verschluss. Kurz vor dem «höchsten Kleinbasler Feiertag» lüfteten die drei Ehrengesellschaft (3E) zum Rebhaus, Hären und Greifen vor den Medien das Geheimnis.

Mit dem Gryffemähli, dem traditionellen Bankett am Nachmittag, werden sie die Neuaufnahmen noch zeremoniell bestätigen. Insgesamt nahmen die Gesellschaften acht neue Mitglieder auf.

Emélie Dunn, auch bekannt als Statthalterin im Bürgergemeinderat (Grüne), ist der Ehrengesellschaft zum Greifen beigetreten. Nach der Öffnung der Korporationen sei sie auf die Idee einer Bewerbung gekommen, sagte sie vor den Medien. Es habe aber noch eine Weile gedauert, bis sie sich getraut habe. «Ich mache das nicht, um irgendein Statement zu setzen, sondern für mich.»

Die Künstlerin Anna Svea Grafström, neu beim Rebhaus, hat durch ihre drei Kinder zum Kleinbasler Brauch gefunden. Sie habe immer mehr Gefallen an diesem «lebendigen Kulturgut» bekommen.

«Eine grosse Mehrheit sagt deutlich, dass sie sich über die Aufnahme der Gesellschaftsschwestern freue», sagte der diesjährige Vorsitzende Meister Samuel Müller. Die 3E rechnen in den kommenden Jahren mit weiteren Bewerbungen.

Somit ist es nicht ausgeschlossen, dass eines Tages unter dem Kostüm der drei «Tiere» Vogel Gryff, Leu und Wild Maa auch mal eine Frau steckt.

Mitgliedschaften von Frauen bei den Ehrengesellschaften waren seit dem Spätmittelalter möglich. Namen von Gesellschaftsschwestern sind aus dem 16. und frühen 17. Jahrhundert überliefert. Nachher gibt es keine Belege mehr für die weibliche Präsenz. Gemäss Gesellschaftsordnung blieben die 3E über längere Zeit den Männern vorbehalten.

Dies änderte sich ab 2022, als ein angepasstes Reglement zu den Korporationen in Kraft trat. Es sieht die völlige Gleichstellung von Bewerberinnen und Bewerbern vor. Die Anzahl Mitglieder ist auf 150 pro Ehrengesellschaft begrenzt, was Wartezeiten zur Folge hat.

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