Legionellen-Toter in Basel ist Mann (69) «mit Begleiterkrankungen»

Legionellenausbruch in Basel: 26 Erkrankte, ein Todesfall und sieben Intensivpatienten innerhalb von zwei Wochen. Jetzt kommen mehr Details ans Licht.

Das Wichtigste in Kürze
- Wegen eines Legionellenausbruchs sind in Basel in den letzten zwei Wochen 26 Menschen erkrankt.
- Ein 69-jähriger Mann ist gestorben – eine Person befindet sich weiter auf der Intensivstation.
- Zwei Anlagen auf einem Bürogebäude an der Rebgasse wurde ausser Betrieb genommen.
Infolge eines Legionellenausbruchs sind in Basel in den letzten zwei Wochen 26 Menschen erkrankt. Eine Person verstarb und sieben mussten auf die Intensivstation, wie das Basler Gesundheitsdepartement am Montag mitteilte.
Das ist über die Opfer bekannt
Wie das Gesundeheitsdepartement Basel-Stadt gegenüber Nau.ch weiter mitteilt, handelt es sich beim Verstorbenen um einen 69-jährigen Mann «mit Begleiterkrankungen».
Nach aktuellem Stand wurden im Kanton Basel-Stadt 26 Krankheitsfälle nachgewiesen. Davon wurden 25 Personen hospitalisiert. Aktuell befinden sich noch neun in stationärer Behandlung.
Bei sieben Personen war eine Behandlung auf der Intensivstation notwendig. Eine Person ist verstorben, eine Person befindet sich noch auf der Intensivstation.
Gegeüber Nau.ch gibt das Gesundheitsdepartement Basel-Stadt weitere Informationen zu den Opfern bekannt: «Das durchschnittliche Krankheitsalter der Personen, die stationär behandelt wurden, liegt bei 64 Jahren.» Dies entspreche auch inetwa dem Durchschnittsalter der Personen, die auf der Intensivstation behandelt wurden.
Es sind bislang 20 Männer und sechs Frauen betroffen. Auf der Intensivstation wurden bislang fünf Männer und zwei Frauen betreut.

Dass mehr Männer als Frauen betroffen sind, ist laut Universitätsspital Basel kein Zufall. Denn: «In der Schweiz sind Männer deutlich häufiger von Legionellose betroffen.»
Der Grossteil der Patientinnen und Patienten in Zusammenhang mit dem aktuellen Legionellenausbruch sei am Universitätsspital Basel behandelt worden. Neun Personen sind dort noch im immer in Behandlung.
Verschiedene Kühltürme wurden untersucht
Die Behörden legten nach eigenen Angaben am Freitag einen Kühlturm auf einem Dach im Kleinbasel still, der mit Legionellen kontaminiert war.
Das Kantonslabor untersuchte auch neun weitere Kühltürme von Kälte- und lüftungstechnischen Anlagen, wie Gesundheitsdirektor Lukas Engelberger (Mitte) vor den Medien sagte.
Bei der Legionärskrankheit handelt sich um Lungenentzündungen, die durch das Bakterium Legionella pneumophila verursacht werden. Die Ansteckung erfolgt über das Einatmen von zerstäubten Wassertropfen, die Legionellen enthalten. Die Krankheit wird nicht von Mensch zu Mensch übertragen. Das schreibt der Kanton Basel-Stadt in einer Medienmitteilung.

Legionellen können sich besonders gut in Wassersystemen vermehren, in denen das Wasser nicht konstant erneuert wird. Und sich die Temperatur zwischen 25°C und 45°C bewegt.
Solche Bedingungen finden sich u.a. in Wasserleitungen, Wasserhähnen, Duschköpfen, Whirlpools und Kühltürmen von Kälte- und lüftungstechnischen Anlagen, die mit Wasser betrieben werden. Klimaanlagen und Wärmepumpen, die in Privathaushalten gebräuchlich sind, sind nicht betroffen.
Wenn Kühltürme kontaminiert sind, seien eher Personen ausserhalb eines Gebäudes einer Gefährdung ausgesetzt. Dies, da die Ableitung der Anlagen an die Aussenluft erfolge, so das Gesundheitsdepartement.
Daher bestätigt das Departement gegenüber Nau.ch: «Personen waren innerhalb des Gebäudes keinem Risiko ausgesetzt, sondern nur ausserhalb des Gebäudes.» Bei einer Inkubationszeit von durchschnittlich zwei bis zehn Tagen könnten bis zirka Mitte August noch weitere Fälle auftreten.
Massnahmen
Die epidemiologischen Befunde und die Befragung der betroffenen Patientinnen und Patienten zeigen ein gehäuftes Auftreten von Infektionen im mittleren Kleinbasel. Einzelne Fälle sind auch in weiteren Quartieren aufgetreten.
Das Auftreten des Clusters legt eine oder mehrere gemeinsame Ansteckungsquellen nahe. Der Fokus der Untersuchungen liegt daher prioritär auf Anlagen mit Reichweite im öffentlichen Raum, nicht auf privaten Räumen.

Im Fokus der Untersuchungen standen respektive stehen Kühltürme, die mit Wasser betrieben sind. Sind solche Kühltürme mit Legionellen kontaminiert, kann der durch die Anlage ausgestossene Wasserdampf ansteckende Wassertröpfchen enthalten.
Diese können sich je nach Wetterlage und Windverhältnissen in einem grösseren Umkreis in der Luft verbreiten. Wenn Anwohnende die Wassertröpfchen einatmen, können sie sich anstecken.
Proben entnommen
Das Kantonale Laboratorium nahm in den vergangenen Tagen an unterschiedlichen Orten Beprobungen vor. Von den zehn beprobten Anlagen im Umkreis des Clusters zeigten acht eine Überschreitung des Grenzwerts für Legionellen. In zwei dieser Anlagen wurde die Legionellenart Legionella pneumophila, die für die meisten Infektionen beim Menschen verantwortlich sind, in erhöhter Menge festgestellt.
Dieser Nachweis führte dazu, dass die beiden betroffenen Anlagen auf Betreiben der Medizinischen Dienste am vergangenen Freitagvormittag, 31. Juli 2026 komplett ausser Betrieb genommen wurden. Beide Anlagen befinden sich auf dem Dach eines Bürogebäudes an der Rebgasse und werden zurzeit saniert.
Bei den sechs weiteren kontaminierten Anlagen wurden bisher nur Legionellen anderer Arten nachgewiesen, die für Menschen nicht krankmachend sind. Bei diesen Anlagen wurden ebenfalls Massnahmen angeordnet, um allfällige Legionellen-Emissionen zu stoppen. Diese Anlagen stellen aktuell keine Gefährdung für die öffentliche Gesundheit dar.
Das Gesundheitsdepartement führt seine Kontroll- und Prüftätigkeit weiter. Es empfiehlt der Bevölkerung des Kantons Basel-Stadt, bei Verdacht auf eine Lungenentzündung (Atemnot, Fieber, starker Husten) den Hausarzt oder die Hausärztin aufzusuchen.
Aufruf an Betreiber von Kühltürmen mit Wasserkühlung
Das Gesundheitsdepartement bittet Betreiberinnen grösserer industrieller Anlagen, die mit einem Rückkühler mit Nasskühlung betrieben werden, sich beim Kantonalen Laboratorium ([email protected]) zu melden, damit die weiteren Abklärungen und Beprobungen koordiniert werden können. Da diese Anlagen nicht meldepflichtig sind, fehlt eine systematische Übersicht.




