Stadt Basel

Schweiz schnappt Drogenkurier, den Deutsche laufen liessen

Etienne Sticher
Etienne Sticher

Basel,

Deutschland liess einen Drogenkurier mit Behältern im Darm laufen. Die Schweizer Polizei nahm ihn fest und wartete, bis er die Drogen ausschied.

drogen
Die Schweizer Behörden nahmen einen Drogenkurier fest, der kurz zuvor in Deutschland laufen gelassen wurde. - keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Deutschland liess einen Drogenkurier trotz Behältern im Darm laufen.
  • An der Schweizer Grenze wurde er gestoppt und festgenommen.
  • Nach der Ausscheidung der Behörden fanden die Polizisten über 150 Gramm Kokain.

Ein Justizirrtum aus Deutschland wurde von Schweizer Grenzbeamten korrigiert. Diese nahmen einen Drogenkurier fest, der kurz zuvor von der deutschen Justiz laufengelassen wurde.

Wie die «Bild» berichtet, wurde Victor N. Ende August an der deutsch-niederländischen Grenze gestoppt. Er war mit einem Flixbus von Amsterdam nach Mailand unterwegs.

Den Grenzbeamten fiel auf, dass der Mann aus Nigeria eine Einreisesperre für Belgien hat. Die Polizei führte einen Schnelltest durch und fand Spuren von Kokain an seinen Händen.

Die Reise ging also nicht nach Mailand, sondern ins Spital. Die Ärzte fanden vier Behälter im Darm des Mannes, der als Drogenkurier bekannt war. Experten schätzten, dass er so bis zu 800 Gramm Kokain schmuggelte.

Deswegen wurde Untersuchungshaft beantragt – und abgelehnt. Das Amtsgericht im deutschen Kleve argumentierte, dass die Voraussetzungen für einen Haftbefehl und damit für U-Haft nicht gegeben seien. Es gebe keine «ausreichenden Anhaltspunkte», dass die Behälter tatsächlich Kokain beinhalteten.

Gemäss der Richterin fehlte ein dringender Tatverdacht. Und weil auch keine Fluchtgefahr bestehe, wurde die Präventivhaft abgelehnt.

Schweizer Polizei fand 156 Gramm Kokain

Und so verliess Victor N. das Spital als freier Mann. Und scheinbar wollte er seine Reise nach Mailand fortsetzen. Denn zwei Tage später wurde er am Grenzübergang Basel von Schweizer Zöllnern kontrolliert.

Auch die Schweizer Beamten stoppten ihn wegen der Einreisesperre für Belgien. Sie brachten ihn ebenfalls ins Spital, wo die vier Behälter entdeckt wurden.

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Anders als in Deutschland waren die Schweizer Polizisten geduldiger. Sie warteten, bis der Nigerianer die vier Behälter ausschied. Diese wurden untersucht und 156 Gramm Kokain wurden sichergestellt.

Mittlerweile hat auch das Amtsgericht Kleve reagiert. Der Beschluss wurde zurückgenommen und ein Haftbefehl ausgestellt.

Laut der «Bild» reiste Victor N. ursprünglich in Belgien ein. Dort wurde er aber wegen Rauschgiftdelikten des Landes verwiesen. Aktuell lebt er in Italien, wo er auch Asyl beantragt hat.

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