Wäh! Grüsel rasiert sich in Basler «Drämmli»

Ein Fahrgast hinterlässt in einem Basler Tram Haare und einen Rasierer. Die Basler Verkehrsbetriebe staunen. Einen solchen Fall kannten bisher auch sie nicht.

Das Wichtigste in Kürze
- In einem Basler Drämmli hat sich offenbar ein Fahrgast rasiert.
- Haare und Rasierer blieben im Fahrzeug zurück.
- Laut BVB ist es der erste bekannte Vorfall dieser Art.
- Bei starker Verschmutzung kann eine Entschädigung verlangt werden.
Da dürfte selbst hartgesottenen ÖV-Pendlern der Appetit vergehen.
Auf einem Sitzplatz in einem Basler Tram liegen zahlreiche abgeschnittene Haare. Daneben: ein Rasierer. Offenbar hat sich hier tatsächlich jemand während der Fahrt rasiert.
Die Basler Verkehrs-Betriebe (BVB) nehmen es mit Humor. Auf Facebook schreiben sie: «Wenn das Winterfell schon im Herbst runter muss.» Und präsentieren ihren Followern augenzwinkernd die «neuen Aftershave-Plätze».
Dazu die passende Einordnung: «Was man halt so macht im Drämmli ...»
Mitarbeiter musste Haare wegräumen
Doch wer hat sich da eigentlich rasiert? Und kommt so etwas in den Basler Trams häufiger vor? Die BVB können zumindest bei der zweiten Frage Entwarnung geben.
«Es handelt sich um den ersten uns bekannten Vorfall dieser Art», sagt Mediensprecherin Selina Meyer auf Anfrage von Nau.ch.
Das Foto stammt demnach von einem BVB-Mitarbeiter. Besonders angenehm dürfte dessen nächste Aufgabe nicht gewesen sein: «Dieser hat die Haare und den Rasierer anschliessend auch entfernt.»

Wo genau am Körper sich der unbekannte Fahrgast rasiert hat, ist nicht bekannt.
Basler witzeln: «Ohne Rasierschaum? Wo bleibt Service?»
Auf Facebook sorgt das Bild für reichlich Reaktionen – rund 160 Mal wurde es kommentiert. Viele Nutzerinnen und Nutzer finden die Hinterlassenschaft schlicht «gruusig» oder «ekelhaft». Andere retten sich in den Humor.
So witzelt ein Nutzer angesichts der BVB-Tarife, eigentlich müsste es «noch eine Lounge mit Bedienung geben».
Ein «Barbier-Tram» wäre seiner Meinung nach ebenfalls angebracht. Ein anderer fragt trocken: «Trockenrasur ohne Rasierschaum? BVB, wo bleibt der Kundenservice?»
Auch das Timing der Rasur gibt zu reden. Schliesslich wird es draussen langsam kälter. «Warum jetzt? Das Winterfell sollte doch gerade jetzt wärmen», schreibt ein User.
Doch der haarige Fund weckt bei einigen auch Erinnerungen an andere zweifelhafte ÖV-Momente.
Eine Nutzerin berichtet, dass sich erst vergangene Woche eine Frau hinter ihr «einfach mal komplett umgezogen» habe. Eine andere will erlebt haben, wie sich eine Passagierin im Bus die Fussnägel schnitt.
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Für einen weiteren Kommentierenden ist genau das die passende Vergleichsgrösse: «Genau so gruusig wie Fingernägelschniide.»
BVB setzen auf gesunden Menschenverstand
Explizite Rasur-Regeln braucht es bei den BVB offenbar nicht.
Meyer erklärt: «Bei der Körperpflege in unseren Fahrzeugen appellieren wir grundsätzlich an den gesunden Menschenverstand und die Rücksichtnahme auf die Mitreisenden.»
Ähnlich handhaben es die Verkehrsbetriebe Zürich (VBZ) in ihren Trams. Spezifische Bestimmungen zur Körperpflege gebe es in der Hausordnung nicht, sagt Mediensprecherin Sofia Sabatini zu Nau.ch.

Gelegentlich würden sich Fahrgäste während der Fahrt schminken. Das sei in der Regel unproblematisch und störe den Betrieb nicht. Bei unhygienischem oder störendem Verhalten würden die betreffenden Personen jedoch aufgefordert, dieses zu unterlassen.
Ganz folgenlos muss eine gröbere Sauerei nicht bleiben: Sowohl die BVB als auch die VBZ können bei zusätzlichem Reinigungsaufwand Kosten von den Verursachenden verlangen.
Die BVB wollten ihren ungewöhnlichen Fund trotz des unappetitlichen Anblicks bewusst mit einer humorvollen Note aufgreifen. Meyer sagt: «Ganz im Sinne von: ‹Humor ist, wenn man trotzdem lacht.›»






