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    Basel: Zahnmedizin-Labor erreicht Goldstandard für Nachhaltigkeit

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    In Basel hat das Oral Implantology Lab der Universität als Pilotlabor den LEAF-Goldstandard erreicht – mit Protokollen, Wiederverwendung und weniger Abfall.

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    Zahnmedizin-Labor erreicht Goldstandard für Nachhaltigkeit. - newsletter.unibas.ch

    Mit dem Programm LEAF lassen sich Nachhaltigkeit und Effizienz von Laboren beurteilen und optimieren. Die Forschungsgruppe Orale Implantologie am Universitären Zentrum für Zahnmedizin Basel hat damit positive Erfahrungen gemacht – und will damit andere Labore motivieren.

    Bevor Géraldine Guex einen der grossen Kühlschränke öffnet, konsultiert sie eine Excel-Tabelle. In dieser ist genau dokumentiert, welche Samples oder Chemikalien sich in welchem Kühlfach befinden. Dass es diese Tabelle gibt, hat nicht nur praktische Gründe – sie ist ein Baustein auf dem Weg zu mehr Nachhaltigkeit in den universitären Laboren.

    Labore verbrauchen ein Vielfaches an Energie und Ressourcen im Vergleich zu einem gewöhnlichen Büroraum. Das University College London hat deshalb Richtlinien entwickelt, mit denen die Nachhaltigkeit von Laboren mittels internationaler Standards beurteilt und optimiert werden kann: das Laboratory Efficiency Assessment Framework, kurz LEAF.

    Wer am Programm teilnimmt, beantwortet online einen Kriterienkatalog, durchleuchtet und dokumentiert interne Prozesse, passt Abläufe an und schult Mitarbeitende entsprechend. Je nach Menge der erfüllten Kriterien erhält man nach einer Auditierung ein Zertifikat für die Teilnahme – Bronze, Silber oder Gold.

    Aussortieren, wiederverwenden, Rezepte nachkochen

    Seit 2025 nimmt die Universität Basel an LEAF teil, initiiert durch das Vizerektorat Forschung und die Fachstelle für Nachhaltigkeit. Das Oral Implantology Lab ist eines von drei Pilotlaboren an der Universität Basel. Es hat den Zertifizierungsprozess erfolgreich durchlaufen und dafür kürzlich das Zertifikat für den Goldstandard erhalten.

    Die Voraussetzungen dafür waren vorteilhaft: «Wir sind noch ein sehr junges Labor», erklärt Guex. Das heisst: Es gibt keine Kühl- oder Gefrierschränke voller Proben, die vor Jahren für ein Experiment gebraucht wurden und seither unangetastet aufbewahrt werden. Und auch das neue Laborequipment ermöglicht dank moderner Technik energiesparenderes Arbeiten.

    «Seit es unser Labor gibt, setzen wir uns ausserdem damit auseinander, wie wir nachhaltiger sein und weniger Material verbrauchen können», ergänzt die Forscherin. Deshalb war der Aufwand für die Zertifizierung überschaubar. Ein paar Arbeitstage haben sie und ihre Mitarbeiterin Claudia Hoffmann im letzten halben Jahr dafür aufgewendet.

    Neben einer klaren Ordnung in den Gefrierschränken analysierten sie etwa, wie Chemikalien, Plastik oder Proben wiederverwendet werden können. «Wenn wir ein Plastikgefäss aus dem Labor nur für Wasser benutzen, können wir es nachher brauchen, um Flüssigabfall zu sammeln», so Guex.

    Zentral seien daher auch die Protokolle. Damit nicht jede Person mit einer neuen Fragestellung eine Analyse bei null beginnen muss, sind die Abläufe neu genau dokumentiert, «wie ein Rezept, das man nachkochen kann». Solche klaren Prozesse würden ausserdem helfen, die Laborarbeit effizienter zu machen.

    Ein weiterer Bereich ist die Entsorgung. Statt die Mitarbeitenden darauf hinzuweisen, dass jede Chemikalie fachgerecht entsorgt werden muss, beschreiben die Protokolle den Entsorgungsprozess nach immer dem gleichen Muster: «Entsorge Chemikalie A im Container A, welcher mit XY beschriftet ist.»

    «Wir haben selbst viel gelernt während der Zertifizierung», sagt die Forscherin. Zum Beispiel über das Abwassersystem: «Nun wissen wir, dass sogar das Abwasser von normalen Spülbecken in den Laboren kontinuierlich auf den pH-Wert überprüft und gegebenenfalls neutralisiert wird, falls je eine Säure oder Base unsachgemäss im Abfluss landen würde. Das fand ich sehr spannend, da wir uns in der Forschung eher selten so intensiv mit der Gebäudetechnik auseinandersetzen.»

    Auch kleine Schritte wirken

    Ein Fokus auf Prävention und Aufklärung ist Guex wichtig, angefangen bei kleinen Massnahmen wie einem «Green tip of the week» in wöchentlichen Meetings: «Wir erinnern die Forschenden zum Beispiel daran, dass eine Suche mit AI mehr Strom verbraucht, als das Nachschlagen in Wikipedia, dass Autoklav und Spülmaschine erst gestartet werden sollen, wenn sie voll sind, oder dass viele Lösungen nicht in Einweg-Kunststoffbehältern, sondern in auswaschbaren Glasflaschen angesetzt werden können.» Denn wie in der Gesellschaft allgemein gilt auch in den Laboren: Es braucht für die Umsetzung einzelne Personen, die Nachhaltigkeit bei ihren Entscheidungen und Handlungen mitdenken.

    Ihre Erfahrungen mit LEAF will Guex an andere weitergeben. «Ich hoffe, dass wir ein Zeichen setzen und anderen im Austausch zeigen können, dass man mit kleinen Sachen viel erreichen kann.» Und dass es für zukünftige Generationen normal sei, Nachhaltigkeit in ihren Laboren mitzudenken.

    Dazu müsse man auch nicht gleich die Gold-Stufe der Zertifizierung anstreben: «Etwas machen ist besser als nichts machen. Auch wenn unser Plastikverbrauch hoch ist: Jedes Plastikröhrchen, das wir pro Tag einsparen, macht einen Unterschied.»

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