Baselbieter Regierung gegen Initiative zur beruflichen Orientierung

Der Regierungsrat des Kantons Baselland lehnt die Berufsbildungsinitiative der Wirtschaftskammer ab. Er unterbreitet dem Landrat stattdessen einen Gegenvorschlag, wie er am Mittwoch mitteilte.

Laut der Regierung fordert die Initiative weitreichende Mitwirkungsrechte für Wirtschaftsorganisationen im Prozess der ersten Bildungs- und Berufswahl in der Sekundarstufe. Dies beinhalte Mitspracherecht bezüglich Lerninhalten und die Übertragung von Teilen des Unterrichts in der beruflichen Orientierung an Personen aus der Wirtschaft.
Aus Sicht des Regierungsrats hätte das einen unverhältnismässig starken und einseitigen Einfluss von spezifischen Interessenvertretungen auf die Schülerinnen und Schüler zur Folge. Der Bildungsauftrag bestehe jedoch darin, Informationen zu verschiedenen Bildungs- und Berufswegen wertneutral zu vermitteln. Die Jugendlichen sollten sich bei ihren Entscheiden von ihren Stärken und Interessen leiten lassen.
Mit ihrem Gegenvorschlag will die Regierung die Zusammenarbeit zwischen Volksschule und Organisationen aus der Arbeitswelt im Bildungsgesetz verankern und eine gesetzliche Grundlage für finanzielle Beiträge an Dritte schaffen. Damit bleibe die unabhängige und zugleich praxisnahe Weiterentwicklung der beruflichen Orientierung gewährleistet.
Die Initiative «Stärkung der beruflichen Orientierung: Praxisnahen Unterricht fördern» war im September 2025 mit 1650 gültigen Unterschriften zustande gekommen.






