Verdeckter Mangel hat zum Decken-Einsturz in Liestal geführt

Ein sogenanntes Ausziehversagen einer Schraubenverbindung hat die Deckenverkleidung im Regierungszimmer in Liestal zum Einsturz gebracht. Das Zimmer wie auch der Landratssaal werden bis im Oktober geschlossen bleiben, wie der Kanton am Dienstag vor den Medien bekanntgab.

Nach dem Einsturz vom 22. Juni 2026 führte die Bau- und Umweltschutzdirektion (BUD) Sondagen bei den Decken durch, um das Gefährdungspotenzial abzuklären. Der Auslöser für das Ausziehversagen ist nach wie vor nicht geklärt, wie der stellvertretende Kantonsarchitekt Thomas Zaugg vor den Medien sagte. «Es ist auch zweifelhaft, ob wir das je herausfinden werden.»
Es habe ein «verdeckter Mangel» vorgelegen – vorher seien schliesslich keine Probleme bei der Decke sichtbar gewesen, sagte Zaugg. Die Decke wurde erst 2002 eingebaut und wurde daher bei der Teilsanierung des Regierungsgebäudes in den Jahren 2023/24 nicht überprüft. «Die Deckenverkleidung hätte schon vor 24 Jahren herunterfallen können – warum das jetzt geschah, ist nicht bekannt», sagte Bau- und Umweltschutzdirektor Isaac Reber (Grüne).
Bei den Untersuchungen in den letzten sieben Wochen stellte sich heraus, dass das Gebäude noch eine ganze Reihe weiterer Mängel hat. Die Decken beim Foyer und in der Cafeteria sind sanierungsbedürftig. Zudem stiessen die Fachleute im Mauerwerk und bei den historischen Holzkonstruktionen auf Feuchtigkeitsschäden und Schädlingsbefall, unter anderem auf den Echten Hausschwamm, einen Holzpilz.
Landrat muss erneut in ein Provisorium
Eine Einsturzgefahr besteht nicht, wie Zaugg erklärte. Allerdings werden die weiteren Abklärungen andauern. Der Landratssaal, das Foyer, die Cafeteria sowie drei Sitzungszimmer werden bis mindestens nach den Herbstferien nicht benutzbar sein. Zwar ist der Landratssaal nicht von den Mängeln betroffen, doch dort muss zu Untersuchungszwecken in den kommenden Wochen der Boden geöffnet werden. Somit muss das Kantonsparlament zwei Jahre nach der Teilsanierung erneut in ein Provisorium.
Wo der Landrat tagen wird, wird noch diese Woche kommuniziert. Die Kantonsexekutive wird ihre Sitzung in einem anderen Zimmer im Regierungsgebäude abhalten. Ob der Einsturz vom Juni auch ein rechtliches Nachspiel hat, will die BUD aus verfahrenstechnischen Gründen noch nicht bekanntgeben. Sie habe jedenfalls schon Mängelrügen angegeben, sagte Zaugg.
Beim Einsturz der Deckenverkleidung am 22. Juni kamen keine Menschen zu Schaden. Der Unfall geschah an einem Montag, womit das Zimmer unbesetzt war – die Regierungssitzung findet jeweils am Dienstag statt.






