FC Basel: Gehört Xherdan Shaqiri ab jetzt auf die Bank?

Stephan Lichtsteiner überrascht mit einer Aufstellung ohne Xherdan Shaqiri – Der FCB gewinnt. Wie weiter? Bei Nau.ch gibt es verschiedene Meinungen.

Das Wichtigste in Kürze
- Lichtsteiner (42) setzt seinen Captain Shaqiri (34) auf die Bank, der FCB schlägt Thun.
- Ist dies die FCB-Aufstellung der Zukunft? Muss Shaqiri fortan häufiger auf die Bank?
- Das Pro/Contra der Nau-Sportredaktion.
Staunen im Joggeli: Trainer Stephan Lichtsteiner lässt Xherdan Shaqiri auf der Bank. Der FCB schlägt Thun danach mit 4:2, der 34-Jährige trifft als Joker.
Gehört Shaqiri beim FCB ab jetzt auf die Bank? Auf der Nau.ch-Sportredaktion ist man gespalten.
Pascal Moser, stv. Sportchef – Shaqiri gehört auf die Bank
Dreimal deutscher Meister mit den Bayern, englischer Meister mit Liverpool und zwei Champions-League-Titel: Das internationale Palmarès von Xherdan Shaqiri ist unglaublich. Er ist der erfolgreichste Schweizer Fussballer aller Zeiten.
Kein Wunder, feiern die Basler Fans seine Rückkehr wie einen Titel. Ein knappes Jahr später führt Shaq die Bebbi zum Double. Der Messias ist zurück am Rheinknie.
Doch von dieser Magie ist heute nicht mehr viel übrig. Nach Rang fünf in der Vorsaison wissen die Basler auch zum Start der neuen Spielzeit nicht restlos zu überzeugen.

Shaqiri muss gegen Thun zu Beginn auf der Bank Platz nehmen. Von dort aus sieht er, wie Neuzugang Asane Sow mit zwei Toren und einem Assist glänzt. Den Treffer von Joker Xherdan zum 4:1 bereitet der Senegalese ebenfalls vor.
Mit bald 35 Jahren scheint der «Zauberwürfel» seinen Zenit überschritten zu haben. Auch wenn er noch immer für einen Geniestreich gut ist, traue ich ihm nicht mehr die ganz grosse Rolle zu. Viel eher sehe ich ihn als Edeljoker für die letzten 20 Minuten.

Das Szenario erinnert ein wenig an grosse Namen wie Mohamed Salah und Cristiano Ronaldo. Beide haben für Klub und Nationalteam Grosses geleistet – doch beide haben den Absprung wohl knapp verpasst.
Den überragenden Leistungen der letzten Jahre in Ehren: Shaqiris Zeit als Stammspieler ist vorbei. Stephan Lichtsteiner täte gut daran, junge Spieler in die Verantwortung zu ziehen. Und Shaq kann noch immer von der Bank aus glänzen.

Andrea Schüpbach, Sport-Redaktor – Shaqiri gehört in die Stammelf
Es war sowas wie der erste taktische Kniff von Stephan Lichtsteiner. Becir Omeragic rückt ins zentrale Mittelfeld auf die Sechser-Position. Dafür müssen einige Stammspieler draussen bleiben. Unter anderem Xherdan Shaqiri.
Das Wichtigste vorneweg: Wer gewinnt, hat Recht. Möglicherweise war es das richtige Zeichen zum richtigen Zeitpunkt. Als Shaqiri eingewechselt wird, wirkt er wiffer, wacher, wirbliger als zuletzt. Er erzielt sein erstes Tor in der Super League seit letztem April.
Shaqiri künftig der Super-Joker des FCB? Das wird trotzdem nicht funktionieren. Ich halte es für den falschen Plan.

Einmal Bank, das mag für den 34-jährigen Zauber-Zehner eine Zusatz-Motivation sein. Das Worst-Case-Szenario wäre aber, wenn Lichtsteiner jetzt mit seiner «neuen» Aufstellung weitermacht. Im System mit zwei Achtern gibt es für Shaqiri keinen Platz.
Die Aufstellung hat zwar ganz gut funktioniert. Man muss aber relativieren: Es war gegen die Thuner B-Elf, in dieser Form kein echter Gradmesser. Die Mannschaft hat vor einer Woche von YB gar sechs Buden eingeschenkt bekommen. Der Fokus der Thuner gilt Europa.
Shaqiri dürfte sich beim FCB – im Gegensatz zur Nati – kaum mit der Reserve-Rolle zufrieden geben. Sitzt er auch die nächsten zwei, drei Spiele auf der Bank, dann ‹stinkt› es ihm.
Es besteht Unruhe-Gefahr, die Beziehung Lichtsteiner/Shaqiri würde noch mehr in den Fokus rücken. Dass Lichtsteiner Unruhen satt hat, zeigte die Pressekonferenz nach dem Thun-Match.
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Für mich ist Shaqiri nach wie vor der absolute Key-Player von Rotblau. Er kann ein Spiel alleine entscheiden – und wird das auch in dieser Saison wieder tun. So lange er beim FCB spielt, muss das System an Shaqiri angepasst werden. Shaqiris Vertrag läuft stand jetzt nächsten Sommer aus.










