FCB – Erni Maissen: «Lichtsteiner hätte Schwingfest schauen sollen»

Erni Maissen stört sich an Lichtsteiners Handshake nach der Lugano-Niederlage. Der Nau.ch-Kolumnist schreibt zudem über die Hühnerhaufen-Taktik des FC Basel.

Das Wichtigste in Kürze
- Erni Maissen stört sich am Handshake von Stephan Lichtsteiner mit Mattia Croci-Torti.
- «Wenn mich jemand grüsst und mich nicht anschaut, finde ich das eine Frechheit.»
- Was dem Nau.ch-Kolumnisten sonst noch auffällt: Die Spieler wissen kaum, was sie auf dem Platz zu tun haben.
Eine Szene nervt mich extrem: Sieger-Trainer Mattia Croci-Torti läuft nach Luganos 3:1-Sieg im Joggeli gegen den FCB zu Verlierer-Trainer Stephan Lichtsteiner. Er reicht ihm die Hand.
Lichtsteiner schaut den Tessiner beim Handshake nicht an. Das ist respektlos. Wenn mich jemand grüsst und mich nicht anschaut, finde ich das eine Frechheit.
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Lichtsteiner, der als Trainer noch gar niemand ist, sollte wenigstens den Anstand haben, dem Gegner richtig die Hand zu geben. Es gibt keinen Grund, hochnäsig zu sein.
Lichtsteiner hätte am Samstag Kilchberger-Schwinget schauen sollen, dort schüttelt Der Verlierer dem Gewinner auch die Hand.
Dass sich die beiden aus GC-WG-Zeiten kennen, macht es noch schlimmer.
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Lichtsteiner kann Croci-Torti nicht das Wasser reichen
Was zuvor auf dem Platz passierte, war eine klare Angelegenheit. Lichtsteiner kann Croci-Torti niemals das Wasser reichen.
Beide sind Heisssporne. Bei Croci-Torti ist es aber keine Wut, er geht mit seinen Spielern mit – positive Energie. Das ist etwas ganz anderes.

Der FCB macht in der – selbsternannten – Woche der Wahrheit mehrere Schritte zurück. Gegen Lugano wählte man die Taktik Hühnerhaufen.
Es scheint, als kommt die Mannschaft auf den Platz, schaut was der Gegner macht – und reagiert.
Die Tessiner haben ein klares Konzept. Man zwingt den Gegner, anzulaufen. Dann geht das Spiel los. Das Mittelfeld hilft mit, überall gibt es zwei Anspiel-Möglichkeiten – der FCB steht Mal für Mal im Lauch.
Auch der FCB möchte hinten rausspielen. Was dann aber passiert, sieht man beim 1:2…
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Shaqiri und Metinho müssen Ergänzungsspielern weichen
Einmal mehr verstehe ich die Idee von Stephan Lichtsteiner überhaupt nicht. Im Mittelfeld stellt er die Ergänzungsspieler-Kette Harder, Malachowski, Omeragic auf. Das reicht bei weitem nicht.
Auf der Bank sitzen Shaqiri und Metinho. Beide draussen zu lassen, grenzt an Überheblichkeit.
Das Schlimmste ist aber, dass die drei im Mittelfeld überhaupt nicht wissen, was sie tun sollen. Es wirkt wie ein Junioren-Team gegen abgeklärte Profis. Das geht auf Lichtsteiners Kappe.

Der FCB ist da, wo er letzte Saison stand. Gegen Top-6-Teams reicht es nicht. Rotblau kommt wieder nur auf vier Abschlüsse. Zuhause.
Die Ausrede, dass sich die Mannschaft finden muss, zählt nach sieben Spielen plus Vorbereitung nicht mehr.
Wo auf der Welt überlebt ein Trainer das?
Der FCB hat jetzt drei von vier Heimspielen verloren und es wird nicht besser. Wo auf der Welt überlebt ein Trainer das bei einem ambitionierten Team? Die Alarmglocken schrillen. Im Gegensatz zu Magnin, der nach einem Sieg gehen musste, würgt man Lichtsteiner seit Januar durch.
Nach Abpfiff schickt der FCB Sportchef Valentin Stocker ans Mikrofon. Ich verstehe, dass Vale kein Tacheles sprechen darf. Er weiss, wie der Fussball läuft. Möglicherweise sucht David Degen im Hintergrund ja schon den neuen Trainer – aber man weiss wie meistens gar nichts.
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Die Fans haben verdient, dass man ihnen die Wahrheit sagt. Auch gegen Lugano macht die Muttenzerkurve lange mit. Pfiffe gibt es aus dem ganzen Stadion nach Schlusspfiff. Zurecht.
Richtig schwierig würde es für den FCB, wenn die Pfiffe während des Spiels kommen. Der FCB ist auf bestem Weg dazu.
Omlin verletzt – Sow überheblich
Zwei Problem-Personalien zum Abschluss:
Jonas Omlin ist schon wieder verletzt. Ihm wird das am meisten stinken. Der Goalie tut mir leid.
Ich war ein Befürworter des Omlin-Transfers. Dass seine Verletzungsanfälligkeit ein Risiko ist, wusste man. Leider scheint es nicht besser zu werden.

Und da wäre noch Asane Sow. Ernannte man ihn zu schnell zum Super-Youngster? Ein 20-Jähriger sollte froh sein, dass er spielen darf. Stattdessen stapft er bei seiner Auswechslung in der Schlussphase überheblich und angesäuert vom Platz.
Das sind aber auch Dinge, die der Trainer unter Kontrolle haben muss.
Zur Person: Erni Maissen
Erni Maissen absolvierte 406 Spiele für den FCB, erzielte dabei 142 Tore. Damit liegt er an dritter Stelle, einzig Marco Streller und Seppe Hügi schossen noch mehr Tore. In Basel ist der 67-Jährige bis heute eine Legende.
Bereits als Spieler hat der ehemalige Stürmer seine Meinung immer klar und deutlich gesagt. Das wird sich auch in seiner Nau.ch-Kolumne nicht ändern. Versprochen!











