FC Basel

FCB: Fans schäumen wegen Ausverkauf – es gibt aber Erklärungen

Andrea Schüpbach
Andrea Schüpbach

Basel,

Der FCB verkauft vor dem Cup-Viertelfinal gegen St.Gallen die Stamm-Spieler Otele und Adjetey. Viele Fans toben. Es gibt aber Erklärungen.

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Sportchef Daniel Stucki (M.) wurde beim Transfer von Jonas Adjetey vom Verwaltungsrat überstimmt. - keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Viele FCB-Fans kritisieren das Vorgehen im Winter-Transferfenster.
  • Otele und Adjetey sind weg. «Es ist wie Aktion im Migros oder Coop!», schreibt jemand.
  • Für die Transfers gibt es aber Erklärungen. Das Angebot für Adjetey war hoch.

«Als wäre heute Aktion in der Migros oder im Coop! Es hat, solange es hat...» Viele Fans des FC Basel melden sich wütend zu Wort.

Der Hamburger SV schnappt sich am gestrigen «Deadline Day» Flügelspieler Philip Otele. Erst leihweise, aber mit Kaufoption. Wolfsburg verpflichtet Verteidiger Jonas Adjetey fix. Beide waren wichtige Säulen bei Rotblau.

«Mit einem Stürmer-Problem ins Transfer-Fenster reingegangen, das ist immer noch gleich. Jetzt haben wir aber auch noch die Verteidigung massiv geschwächt. Danke für nichts!», so die deutlichen Worte eines weiteren Fans.

«Und in zwei Monaten kommt dann wieder ein neuer Trainer, weil der alte die Mannschaft nicht mehr erreicht.» So eine weitere Meinung.

Hat der FCB noch die Qualität, um Schweizer Meister zu werden?

Ein Fan erinnert zudem an die Worte vom letzten Sommer. «Es hiess, wir stehen finanziell gut da und müssen nicht verkaufen – was ist aus dem geworden?»

Nach dem Meistertitel sagte David Degen, dass es anders sei als noch vor wenigen Jahren. Man müsse «nicht Kasse machen».

Der FCB kassiert eine Riesen-Summe für Adjetey

Der Zeitpunkt, zu dem der FCB Adjetey und Otele verkauft, mag speziell sein. Es gibt aber Erklärungen.

David Degen
David Degen erklärt, dass man das Angebot aus Wolfsburg schlicht nicht ablehnen konnte. - keystone

Degen sagte im erwähnten Sommer-Interview auf die Meister-Helden angesprochen eben auch: «Wir wollen sie behalten, aber der Fussballmarkt hat seine eigenen Regeln.»

Im Sommer gelang dies. Vor allem im Fall Adjetey konnte man das Angebot nun aber «schlicht nicht ausschlagen», wie Degen kommentiert. Die Basler kassieren offenbar rund zehn Millionen Franken. Eine Riesen-Summe – von einer «Aktion» kann also nicht die Rede sein.

Degen: Darum sind die Transfers nötig

Sportchef Stucki nimmt er in Schutz. «Es ist uns wichtig zu betonen, dass dieser Transfer für einmal ein Entscheid des Verwaltungsrats war. Die sportliche Leitung hat sich aus nachvollziehbaren Gründen dagegen ausgesprochen.»

Das Ziel sei, den FCB wirtschaftlich nachhaltig und unabhängig aufzustellen. Noch sei man auf dem Weg zu diesem Ziel auf Transfereinnahmen angewiesen, sagt Degen. Das habe dann auch den Ausschlag für das Ja zum Adjetey-Abgang gegeben.

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Philip Otele wollte unbedingt wechseln, Der FCB ist seiner Bitte nachgekommen. - keystone

Zur Erinnerung: Ende 2022 stand der FCB beinahe ohne Eigenkapital da. In der Ära Burgener wurden 77 Millionen Franken an Eigenkapital, Rückstellungen und Reserven aufgebraucht.

Bei Otele sei man dem «ausdrücklichen Wunsch des Spielers» nachgekommen.

Hat der FCB den Titel aufgegeben?

Was nicht ausgesprochen wird, bei den Transfers aber ebenfalls eine Rolle gespielt haben dürfte: Der FCB liegt in der Super League schon 13 Punkte hinter Leader Thun zurück. Ein solcher Vorsprung wurde seit Einführung der Super League in der Saison 2003/04 noch nie verspielt...

Hat der FCB den Titel etwa aufgegeben? Neo-Coach Stephan Lichtsteiner verneinte zuletzt gegenüber Nau.ch.

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FCB-Trainer Lichtsteiner: «Mathematisch ist es noch möglich.» - Nau.ch

Fakt ist: Lichtsteiner muss fortan mit zwei erfahrenen Innenverteidigern arbeiten. Es verbleiben Flavius Daniliuc und Nicolas Vouilloz. Beide zeigen sich zuletzt fehleranfällig.

Im Kader sind auch noch der Langzeitverletzte Finn van Breemen und der 18-jährige Marvin Akahomen. Letzterer kam diese Saison noch nicht zum Einsatz in der 1. Mannschaft.

Auch Degen gibt mit Blick auf den Viertelfinal gegen den FC St.Gallen zu, dass die kurzfristigen Abgänge «nicht ideal» seien.

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