Geflüchtete in Basel: «Es gibt immer Bedarf an neuen Gastgebenden»

Mit einer erneuten öffentlichen Kampagne wird in Basel nach Gastgeberinnen und Gastgebern für Geflüchtete gesucht. Die Integration soll so gestärkt werden.

Das Wichtigste in Kürze
- Plakate in der Innenstadt von Basel werben für die Aufnahme von Geflüchteten.
- Das entsprechende Projekt feiert in diesem Jahr zehnjähriges Bestehen.
- Die Sprachkompetenzen sowie die Integration der Menschen sollen so erleichtert werden.
Wer sich im Januar durch Basel bewegt, dem dürften diese Plakate möglicherweise aufgefallen sein: «Zuhause auf Zeit für Geflüchtete», steht auf diesen in grossen schwarzen Lettern.
Unten finden sich auf diesen Aushängen das Logo des Kantons Basel-Stadt sowie der Freiwilligenarbeits-Organisation «GGG Benevol».

Gänzlich neu ist dieses Bild nicht. Bereits im Frühjahr 2023 und 2024 gab es eine solche Kommunikationskampagne.
Projekt seit 2016 aktiv
Nun wurde ein weiterer Neuanlauf gestartet. «Es gibt immer einen Bedarf an neuen Gastgebenden. Darum werden solche Kampagnen regelmässig wiederholt», erklärt auf Nau.ch-Anfrage Ursula Baum. Sie ist die Geschäftsleiterin von «GGG Benevol».
Das Gastfamilienprogramm wolle man so bekannter machen. 2016 wurde es umgesetzt, womit es dieses Jahr bereits sein zehnjähriges Bestehen feiert. Durchgeführt wird es im Auftrag des Kantons Basel-Stadt.
Vermittelt werden dabei volljährige Personen, die meist über den Aufenthaltsstatus F, B oder S verfügen. Auf der Webseite von «GGG Benevol» heisst es dazu: «In der Regel sind es junge Geflüchtete zwischen 18 und 25 Jahren oder Schutzsuchende aus der Ukraine, die eine geregelte Tagesstruktur (Sprachkurs, Schule oder Ausbildung) haben.»

Die nötige finanzielle Unterstützung, etwa um die Miete zu begleichen, kommt von der Sozialhilfe Basel-Stadt. Personen, die unter einer starken psychischen Belastung leiden, werden nicht vermittelt.
Doch wie erfolgreich sind solche Kampagnen in der Praxis? Ursula Baum erklärt dazu: «Die Wirkungsmessung einer solchen Kampagne ist schwierig.» Oftmals gehe der Aufnahme einer geflüchteten Person ein längerer Entscheidungsprozess voraus.
Eine solche Aktion sei ein Faktor in diesem Prozess und könne manchmal auch der ausschlaggebende Moment sein, so Baum.
Geflüchtete in Gastfamilien: Bessere Integration
Gemäss einer Wirkungsanalyse hat es mehrere Vorteile, wenn eine geflüchtete Person im Rahmen dieses Programms bei einer Gastfamilie unterkommt.
Dazu zählen signifikante Fortschritte beim Erlernen der Sprache, bei der beruflichen Integration sowie der sozialen Vernetzung.
Der Kanton sowie die Allgemeinheit profitiert dabei auch, sagt Ursula Baum: «In erster Linie ist die Entlastung für den Kanton die erfolgreiche Integration, die oft am ‹Ende› eines Gastverhältnisses steht.» Die Geflüchteten seien dann zum grössten Teil unabhängig von staatlicher Unterstützung.







