Stadt Basel

Kunstmuseum Basel zeigt die Ausstellung «The First Homosexuals»

Keystone-SDA
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Basel,

Das Kunstmuseum Basel eröffnet am Samstag die Ausstellung «The First Homosexuals». Sie zeichnet anhand von rund 80 Werken nach, wie sich ab der ersten Verwendung des Wortes «homosexuell» im Jahr 1869 neue Bilder von Sexualität, Geschlecht und Identität bildeten.

Unterschiedliche Kodierungen von Homosexualität zur Wende zum 20. Jahrhundert: Links ist das Gemälde «Contre-jour» von Marie-Louise-Catherine Breslau aus dem Jahr 1888 zu sehen. Recht...
Unterschiedliche Kodierungen von Homosexualität zur Wende zum 20. Jahrhundert: Links ist das Gemälde «Contre-jour» von Marie-Louise-Catherine Breslau aus dem Jahr 1888 zu sehen. Recht... - Kestone-SDA/Steve Last

Die Ausstellung ist in sechs Sektionen auf drei Räume eingeteilt, die verschiedenen Aspekten von Homosexualität, aber auch weiterreichenden Formen der Geschlechtlichkeit gewidmet sind.

So zeigt etwa der vierte Teil Kodierungen in der Kunst. Weibliche Homosexualität wurde zum Beispiel früh mit Freundschaft in Verbindung gebracht. Das Gemälde «Contre-jour» (Gegenlicht) von Marie-Louise-Catherine Breslau aus dem Jahr 1888 zeigt zwei Frauen in einer Alltagsszene. Es sei zeitweise aber als «die Freundinnen» fremdbenannt worden, wie es am Donnerstag an einem Ausstellungsrundgang für die Medien hiess.

Bei der Kodierung männlicher Homosexualität im Gemälde «Nackte Fischer und Knaben am grünen Gestade» von Ludwig von Hofmann aus dem Jahr 1900 kommt hingegen ein kunsthistorisches Motiv zum Tragen, wie erklärt wurde. Dieses gehe auf das Gemälde «Badende» zurück, das Paul Cézanne zum Ende des 19. Jahrhunderts schuf.

«Es ist die erste Ausstellung des Hauses, die sich auf die Kunst und das Schaffen der LBTQIA+-Gemeinschaft fokussiert», sagte Museumsdirektorin Elena Filipovic. Weltweit litten Menschen wegen ihrer Identität und ihrer Liebe unter Vorurteilen. «Wenn es uns gelingt, etwas mehr Wissen, Toleranz und Akzeptanz in die Welt zu bringen, ist bereits Grossartiges erreicht», sagte sie.

Laut Jonathan Katz, US-Kunsthistoriker und Kurator der Ausstellung, konzentriere man sich bei Definitionen heute auf die europäische Sicht. Diese zeichne sich durch den Gegensatz von homo und hetero aus und sei durch den Kolonialismus zusammen mit einer ablehnenden Haltung globalisiert worden. In Japan etwa sei Homosexualität vor dem aus Europa stammenden Einfluss «völlig normal» gewesen.

Ebenso gingen durch die im 19. Jahrhundert entstandene juristische und medizinische Normierung Wege verloren, um verschiedene Formen der Sexualität zu beschreiben, sagte Katz. Wir würden heute gerade nicht eine «neue trans-Ära» erleben, da es schon immer Formen von geschlechtlicher und sexueller «Dissidenz» gegeben habe. Vielmehr würden sich vor allem junge Leute zunehmend weigern, sich mit gängigen Definitionen zu identifizieren.

Die Ausstellung wird im Neubau des Kunstmuseums gezeigt und dauert ab ihrem Start am Samstag bis zum 2. August.

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