Fluglärm am EuroAirport bleibt trotz Verbot hoch

Gemeinde Reinach BL
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Birseck,

Vier Jahre nach Startverboten nach 23 Uhr sank die Zahl spätabendlicher Starts, doch im Süden des EuroAirport werden die Lärmgrenzwerte weiter überschritten.

Airport
Der Euroairport Basel-Mülhausen möchte mit einer Ausdehnung des Nachflugverbots und einer Korrektur bei den Südabflügen die Lärm-Emissionen verringern. - sda - KEYSTONE/GEORGIOS KEFALAS

Wie der Gemeindeverbund Flugverkehr (GVF) mitteilt, trat am 1. Februar 2022 das Verbot geplanter Starts nach 23 Uhr in Kraft. Bald vier Jahre danach sieht der Gemeindeverbund Flugverkehr (GVF) durchaus positive Entwicklungen.

Dennoch: Die Lärmbelastung in den ersten beiden Nachtstunden hat seither – trotz der getroffenen Massnahmen – die Immissionsgrenzwerte im Süden des Flughafens übertroffen.

Dass der EuroAirport geplante Starts nach 23 Uhr sowie laute Flugzeuge verboten hatte, wertete der GVF im Grundsatz als sehr positiv. Gleichzeitig befürchtete er, dass so das Problem des nächtlichen Fluglärms einfach um eine Stunde vorverschoben wurde. Damit hätte das Startverbot seine gewünschte Wirkung verfehlt.

Startverbot zeigt Wirkung

Tatsächlich war anfänglich der Effekt des Startverbots im Süden des Flughafens für die Bevölkerung kaum wahrnehmbar. Die Flugzeuge starteten unter anderem durch verspätete Flugzeugabfertigungen vielfach bis gegen 23.45 Uhr und der Fluglärm erreichte in der zweiten Nachtstunde dieselben Schallpegel wie 2019 (vor der Covid-Krise).

Erfreulicherweise hat der Verwaltungsrat des EuroAirports die Fehlentwicklung erkannt und wirksame Massnahmen getroffen, um die Starts nach 23 Uhr zu reduzieren und die Lärmsituation im Süden zu verbessern.

Damit sank die Anzahl Flugzeuge, die nach 23 Uhr das Terminal des EAP verliessen, um 56 Prozent (von 291 im 2022 auf 128 im 2024). Und auch die Anzahl Flugzeuge, die das Terminal zwar vor 23 Uhr verlassen, jedoch erst nach 23 Uhr von der Piste abheben, sank 2024 auf 586 (2019: 1505 Starts).

Gemäss den vorläufigen Zahlen des EAP vom 1. Halbjahr 2025 sollte die Anzahl der täglichen Pistenstarts nach 23 Uhr weiter auf durchschnittlich etwa einen Start sinken.

Fluglärm im Süden des Flughafens kaum abgenommen

Der GVF nimmt diese positive Entwicklung erfreut zur Kenntnis. Denn auch die Befürchtung, dass das Verbot geplanter Starts nach 23 Uhr den Flugverkehr einfach um eine Stunde vorverschieben würde, ist nicht eingetreten.

Nichtsdestotrotz musste der GVF feststellen, dass der Fluglärm im Süden des Flughafens kaum abgenommen hat. Nach wie vor werden die Immissionsgrenzwerte gemäss Lärmschutzverordnung im Nordwesten Allschwils sowohl in der ersten als auch in der zweiten Nachtstunde überschritten – nach 2022 und 2023 nun auch im Jahr 2024, wenngleich im 2024 eine leichte Verbesserung feststellbar ist.

Es bleibt zu beobachten, ob die im 2025 eingeführten verschärften tariflichen Massnahmen und das neue Startverfahren die gewünschten Verbesserungen der Lärmsituation im Süden des Flughafens erzielen werden.

GVF setzt sich weiterhin für Schutz vor Nachtfluglärm ein

Für den GVF ist klar, dass weiterhin alles unternommen werden muss, damit die Immissionsgrenzwerte auf Schweizer Territorium eingehalten werden und die Bevölkerung so vom nächtlichen Fluglärm geschützt wird.

Der GVF erwartet und wird sich weiterhin dafür einsetzen, dass der EAP und die zuständigen französischen Behörden weitere notwendige betriebliche Massnahmen ergreifen, um dieses Ziel zu erreichen – analog dem Verbot geplanter Starts nach 23 Uhr.

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