Stadt Basel

Narzissmus-Expertin nach Gil-Sieg: Ariel ist wahre Dschungelkönigin

Aline Klötzli
Aline Klötzli

Basel,

Gil Ofarim holte sich die Dschungelkrone. Doch für die Narzissmus-Expertin Chris Oeuvray steht fest: Ariel ist die wahre Königin – aus diesen Gründen.

Ariel Dschungelcamp
Ariel polarisierte im diesjährigen Dschungelcamp. - RTL

Das Wichtigste in Kürze

  • Ariel sorgte während des Dschungelcamps für zahlreiche Schlagzeilen.
  • Die Schweizerin eckte mit ihrer Art an. Warum? Das erklärt jetzt eine Expertin.
  • Ariel polarisierte – aber nicht, weil es falsch war, sondern weil es unbequem war.

Kurz vor dem Halbfinale war Schluss für Ariel: Sie hat zu wenig Anrufe erhalten und musste das Dschungelcamp verlassen.

Die 22-jährige Baslerin sorgte während ihrer Zeit im australischen Busch für mächtig Aufsehen. Insbesondere mit ihrer direkten und unverblümten Art.

So stellte sie unter anderem Gil Ofarim (43) immer wieder zur Rede und machte deutlich, was sie von ihm hält.

Letztlich ging die Krone nun zwar ausgerechnet an ihn.

Für die Narzissmus-Expertin und Nau.ch-Kolumnistin Chris Oeuvray steht aber dennoch fest: Ariel ist die wahre Dschungelkönigin. Warum?

«Sie hat nicht geschwiegen, um gemocht zu werden»

«Weil sie sich nicht angepasst hat, was viele erwarten. Sie war hartnäckig. Sie hat nachgefragt und nicht locker gelassen, wenn Aussagen unklar waren oder Spannungen im Raum standen. Und genau das hat polarisiert. Nicht, weil es falsch war, sondern weil es unbequem war», sagt sie.

Ariel habe etwas getan, das im Reality-TV selten belohnt wird: «Sie hat sich nicht in eine Rolle gefügt. Sie hat nicht beschwichtigt. Sie hat nicht geschwiegen, um gemocht zu werden. Stattdessen hat sie Haltung gezeigt, auch auf die Gefahr hin, anzuecken.»

Für einige Zuschauer sei das erfrischend ehrlich gewesen, für viele andere jedoch anstrengend und provozierend.

Hartnäckigkeit wird als Störung empfunden

Doch warum stösst ein solches Verhalten auf so viel Widerstand? «Weil Hartnäckigkeit schnell als Störung empfunden wird, wenn sie nicht ins gewünschte Narrativ passt.»

Oeuvray erläutert: «Wer immer wieder nachfragt, gilt als nervig. Wer Widersprüche benennt, als aggressiv. Wer nicht loslässt, als schwierig. Dabei ist genau das ein Zeichen von Integrität.»

Ariel Gil
Ariel stellte Gil Ofarim mehrmals zur Rede und nannte ihn einen «Lügner». - RTL

Ariel habe sich nicht klein gemacht und sich nicht verstellen lassen. Sie habe nicht versucht, allen zu gefallen. «Und genau das macht sie für viele so unbequem. Sie zwingt zur Auseinandersetzung. Mit ihr – aber auch mit sich selbst.»

Ältere Generationen empfinden es als respektlos

Die Narzissmus-Expertin glaubt, dass hier auch die Generationen eine Rolle spielen. Denn jüngere Menschen seien es sich gewohnt, Dinge zu hinterfragen.

«Sie akzeptieren Autorität nicht automatisch. Sie wollen Klarheit statt Harmonie um jeden Preis. Sie sind direkter, manchmal roher, und oft auch ehrlicher», so Oeuvray.

Wer hat den Dschungelcamp-Sieg mehr verdient?

Auf ältere Generationen wirke das schnell respektlos. Es sei aber ein Ausdruck von Selbsttreue, erklärt sie.

Narzissmus-Expertin: Ariel hat Rückgrat gezeigt

Ob Ariel immer den richtigen Ton getroffen hat, darüber könne man streiten, meint Oeuvray weiter. Aber: «Sie hat etwas gezeigt, das im Dschungel selten sichtbar wird: Rückgrat.»

Die Baslerin habe nicht gespielt, um zu gewinnen. «Sie hat sich gezeigt, wie sie ist. Und das kostet mehr Mut als jede Prüfung.»

Ariel
Die Schweizerin Ariel nahm im Dschungelcamp kein Blatt vor den Mund. - RTL

Der Titel ging letztlich zwar an jemand anderen. Doch für die Narzissmus-Expertin ist klar: «Nicht wer am besten wirkt, ist König oder Königin. Sondern wer sich selbst treu bleibt, wenn es ungemütlich wird.»

Und genau darum sei Ariel die wahre Dschungelkönigin. Obwohl die Schweizerin nicht gewonnen hat, habe sie mehr riskiert als alle anderen.

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