Bahn frei für die Planung von Velobrücken und -tunnels in Basel

Die Planung und Projektierung von Velo- und Fussgängerbrücken über den Basler Zoo und die Bahngleise kann beginnen. Der Grosse Rat hat dafür am Mittwoch mit 85 zu 11 Stimmen rund 6,3 Millionen Franken bewilligt. Auch ein Velotunnel beim Bahnhof SBB soll geprüft werden.

Insgesamt handelt es sich um fünf Infrastrukturprojekte für den Velo- und Fussverkehr im Zusammenhang mit Ausbau des Bahnknotens. Dazu gehört die Idee der «Zollibrücke». Diese soll von der Binninger- zur Oberwilerstrasse den Zoo überqueren. Sie soll über der Linie der Elsässerbahn zu stehen kommen, um die Tiergehege nicht mit einer zusätzlichen Brücke zu belasten.
Im Projektierungspaket ist auch eine Gleisfeldquerung beim Bahnhof SBB zwecks besserer Anbindung des Gundeli-Quartier. Die vorberatende Umwelt-, Verkehrs- und Energiekommission (Uvek) hat sich mehrere Optionen angeschaut. Trotz Bedenken zum Kosten-Nutzen-Verhältnis kam sie zum Schluss, dass hierzu der Bau eines Velotunnels geprüft werden muss.
Die Kosten würden 125 Millionen Franken betragen. Die Uvek findet dies zwar unverhältnismässig, möchte aber prüfen, inwiefern sich ein solcher Tunnel mit einem künftigen Tiefbahnhof und einer neuen Veloabstellanlage verbinden lassen könnte.
Weitere Projekte im Paket sind eine Velo- und Fussgängerbrücke beim Güterbahnhof Wolf, eine Passerelle Wolf-St. Alban sowie eine Velounterführung vom Hexenweglein zum Peter Merian-Weg. Die Uvek verzichtete jedoch darauf, die Idee einer provisorischen Velopasserelle beim Bau der neuen Margarethenbrücke weiterzuverfolgen.
Die Notwendigkeit neuer Verbindungen über die Gleise war in allen Fraktionen unbestritten, wenn auch mit Zweifeln zu einzelnen Elementen. Nicole Strahm-Lavanchy (LDP) hegte etwa Bedenken zum Velotunnel. Dieser sei sehr teuer, zudem weniger attraktiv als eine oberirdische Lösung. Stefan Wittlin (SP) hielt fest, dass dies beim Bahnhof SBB aufgrund der Platzverhältnisse kaum umsetzbar sei.
Einzig die SVP stellte einen Rückweisungsantrag. Das Parlament lehnte diesen mit 82 zu 12 Stimmen bei 2 Enthaltungen ab. Wie bereits bei der Ausgabe von vergangener Woche für einen Markthallenplatz und das Bahnausbau-Lobbying Basels, argumentierte die SVP, dass mit der Verabschiedung des Herzstücks zugunsten der Durchmesserlinie eine neue Situation vorliege.




