Herrscht im Kleinbasel eine Rattenplage?

Eine «regelrechte Rattenplage» moniert ein SVP-Grossrat für das untere Kleinbasel und Kleinhüningen. Die Regierung hat auf die Interpellation nun reagiert.

Das Wichtigste in Kürze
- Im unteren Kleinbasel und in Kleinhüningen treiben vermehrt Ratten ihr Unwesen.
- Dies behauptet der SVP-Grossrat Stefan Suter.
- Einer Frau sei ein solches Tierchen gar in die Wohnung gelaufen, berichtet er.
- Der Regierung ist die Thematik bekannt, sie verweist aber auch auf konstante Zahlen.
Grosse Städte haben nicht selten mit Ratten zu kämpfen. Was man wohl eher aus Metropolen wie New York oder Paris kennt, kommt auch in Basel vor. Wenn auch in deutlich kleinerem Ausmass.
Mittels einer Interpellation hat SVP-Grossrat Stefan Suter diese Problematik nun auf das politische Parkett gebracht. In seinem Vorstoss schreibt er: «Zahlreiche Bewohner des unteren Kleinbasels und Kleinhüningen beklagen seit einiger Zeit eine regelrechte Rattenplage in ihrem Quartier.»

Ratte kommt in Wohnung
Vor allem nachts, aber selbst am helllichten Tag würden die Tiere umherziehen und sogar vor Hauseingängen keinen Halt machen. «Besonders unangenehm ist die Angelegenheit für Bewohner einer Parterrewohnung, da sie bei geöffneter Türe zum Gartensitzplatz riskieren, dass die Tiere in die Wohnung eindringen.»
Am Rednerpult des Grossen Rates liefert der Politiker noch ein Beispiel: «Gerade heute Mittag berichtete mir eine Frau, dass eine Ratte bei offenem Fenster in die Wohnung hineingegangen sei. Stellen Sie sich vor, diese würde in die Küche gehen.»

Von der Regierung möchte der Grossrat daher unter anderem wissen, ob sie diese «Rattenplage» auf dem Schirm hat. Und was diese zu tun gedenkt, um dem Ganzen «Einhalt zu gebieten».
Der «Ratten-Thematik» ist sich der Regierungsrat bewusst, sagt Gesundheitsdirektor Lukas Engelberger (Die Mitte) als Antwort auf die Interpellation. «Ähnlich wie in anderen Städten, an Flüssen oder Seen, weist auch Basel eine konstante Population von Ratten auf.» Insbesondere in der Nähe des Rheins sei dies der Fall.
Vollständige Elimination «nicht realistisch»
Ebenso gebe es Hotspots. Dort würden Menschen unbeabsichtigt durch das Hinterlassen von Lebensmittelresten oder Taubenfütterung zu einem reichlichen Nahrungsangebot beitragen.
In seiner Antwort verweist Engelberger auf einen kurzfristigen saisonalen Anstieg an gemeldeten Rattenfällen, den es letzten Sommer gab. Insgesamt seien die Zahlen jedoch in den vergangenen Jahren konstant geblieben.

Engelberger: «Eine vollständige Elimination von Ratten in der Stadt wäre nicht realistisch und nur unter unverhältnismässigen Massnahmen überhaupt anstrebbar.»
Wirbel um «Gleichgewicht»
Hotspots am Birsig, am Rhein, an der Wiese und anderen Stellen im Klein- und Grossbasel würden regelmässig inspiziert. Dies durch zertifizierte Fachfirmen. Die Ratten-Population dieser «wiederkehrenden Befallsherde» werde durch die Massnahmen «im Gleichgewicht» gehalten.
Vollends zufrieden ist Stefan Suter mit gerade dieser Formulierung nicht. «Wenn eine Ratten-Population im Garten ist und Kinder da spielen, dann gibt es eigentlich kein Gleichgewicht. Dann müssen die Tiere einfach verschwinden», sagt er.






