Baselland will rund 1,26 Milliarden Franken ins Spital investieren

Keystone-SDA Regional
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Liestal,

Die Kosten für die Zweit-Standort-Variante für das Kantonsspital Baselland (KSBL) sind mit rund 1,26 Milliarden Franken veranschlagt. Die Ein-Standort-Variante hätte laut der Regierung gar rund 1,55 Milliarden Franken gekostet, wie es an einer Medienkonferenz am Freitag hiess.

Die Baselbieter Regierung hat am Freitag ihren Standortentscheid zum Kantonsspital Baselland (KSBL) bekanntgegeben. (Archivbild)
Die Baselbieter Regierung hat am Freitag ihren Standortentscheid zum Kantonsspital Baselland (KSBL) bekanntgegeben. (Archivbild) - KEYSTONE/GEORGIOS KEFALAS

Zur Finanzierung der gewählten Strategie äusserte sich Finanzdirektor Anton Lauber (Mitte). «Wir werden an beiden Standorten kräftig investieren», sagte er. Der wegen dem «Ergebnisverbesserungsprogramm» des KSBL nicht angezapfte Nachtragskredit werde vom Kanton als Dotationskapital investiert. Zudem beantrage die Regierung dem Landrat, eine Kreditsicherungsgarantie von 700 Millionen Franken zu genehmigen.

Die gesamte Investitionssumme beläuft sich auf rund 1,26 Milliarden Franken, wie am Freitag angekündigt wurde. Lauber zeigte sich überzeugt, dass sich das KSBL am Kapitalmarkt refinanzieren könne, um künftige Investitionen zu stemmen.

Die bisherigen Standorte des Kantonsspitals Baselland (KSBL) werden weitergeführt und sollen Neubauten erhalten. Dies kündigte die Baselbieter Regierung am Freitag an. Damit wird auf ein neues Spital in Pratteln BL verzichtet.

Die Neubauten sollen neben den bestehenden Gebäuden an den Standorten Bruderholz in Binningen und Liestal entstehen, wie Gesundheitsdirektor Thomi Jourdan (EVP) erklärte. So solle Liestal einen neuen Behandlungstrakt erhalten. Auf dem Bruderholz solle ein neuer stationärer Bereich entstehen, wonach das bestehende Bettenhaus zurückgebaut werde.

Laut Jourdan wird die jetzige Infrastruktur auf dem Bruderholz und in Liestal nicht mehr den heutigen Anforderungen gerecht. Etwa bei der Erdbebensicherheit und dem Brandschutz gebe es Defizite. Die Inbetriebnahme für die neue Infrastruktur ist für das Jahr 2032 möglich, wie aus der publizierten Vorlage an den Landrat hervorgeht. Bei einem neuen Spital in Pratteln wäre der früheste Zeitpunkt 2040 gewesen, wie Jourdan sagte.

Die Variante mit den beiden bisherigen Standorten hat sich laut der Regierung gegen die Ein-Standort-Option in Pratteln durchgesetzt. Beide Varianten hätten die Anforderungen im Hinblick auf die medizinische Versorgung erfüllt, sagte Jourdan.

Der Entscheid für die Zweistandort-Variante sei aber «eindeutig» ausgefallen. Die Ein-Standort-Variante in Pratteln wäre 290 Millionen Franken teurer ausgefallen und wäre wegen ihrer Komplexität und des Zeitplans ein Risiko für das KSBL gewesen, wie Jourdan zusammenfasste.

Im Detail schlossen die beiden Varianten im Bezug auf die medizinische Versorgung, Markttrends und die Wirtschaftlichkeit fast identisch ab, wie es hiess. Bezüglich der Komplexität mit den Kategorien betriebliche Umsetzung und Abhängigkeit von Dritten erreichten die bisherigen Standorte aber die höhere Punktzahl. Ebenso habe es bei der Evaluation im Hinblick auf Risiken in den Bereichen Politik, Umsetzung und Finanzen ausgesehen.

Der Evaluationsprozess habe zwei Jahre gedauert. «Wir hatten keine Scheuklappen an», betonte Jourdan. Man habe viele verschiedene Varianten geprüft. Dabei habe man sich auch von einem Beratungsunternehmen «auf die Finger schauen lassen».

Die Gegenüberstellung der beiden Varianten war erst möglich geworden, nachdem ein Standort für den potentiellen Neubau gefunden wurde. Zuletzt hatte sich die Regierung im Dezember 2025 für Salina Raurica Ost und gegen Bredella Ost in Pratteln entschieden, wie sie damals mitgeteilt hatte.

Die Variante mit den zwei Standorten Bruderholz und Liestal sieht indes eine Spezialisierung der Spitäler vor. Während beide eine Intensivstation und einen Notfall behalten sollen, wird eine Aufteilung der Fachbereiche umgesetzt, während das Angebot durch regionale Gesundheitszentren ergänzt werden soll.

Mit dem zugrundeliegenden Rahmenkonzept «Gesundheit BL 2030» verfolgt der Kanton insgesamt die Ziele, die Ambulantisierung voranzutreiben und Doppelspurigkeiten abzubauen. Damit sollen die Gesundheitskosten reduziert und das KSBL finanziell stabilisiert werden.

Das KSBL schreibt seit Jahren mehrheitlich rote Zahlen. In den Jahren 2022 und 2025 resultierten zwar Überschüsse von je 2,4 und 2,8 Millionen Franken. Ansonsten war man aber im Minus, im Jahr 2019 gar mit 70,5 Millionen.

Der defizitäre Standort des KSBL in Laufen war bereits Ende 2020 zugunsten eines regionalen, ambulanten Gesundheitszentrums aufgegeben worden. Das Gesundheitszentrum wurde zunächst am alten Spitalstandort betrieben, bevor es ins Birscenter in der Nähe des Bahnhofs zügelte.

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