Stadt Basel

Fondation Franz Weber fordert Ende der Gorilla-Zucht in Basel

Keystone-SDA Regional
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Basel,

Die Naturschutzstiftung Fondation Franz Weber (FFW) fordert ein Ende des Gorilla-Zuchtprogramms im Basler Zoo. Zudem verlangt sie vom Zolli Aufklärung über die Umstände, die zur Einschläferung eines Gorilla-Männchens führten.

Im Zoo Basel sind innert kurzer Zeit zwei Gorillas zu Tode gekommen. Bei beiden Fällen war der 14-jährige Silberrücken Yeba involviert. (Archivbild)
Im Zoo Basel sind innert kurzer Zeit zwei Gorillas zu Tode gekommen. Bei beiden Fällen war der 14-jährige Silberrücken Yeba involviert. (Archivbild) - KEYSTONE/GEORGIOS KEFALAS

Die FFW hat am Montagabend einen umfangreichen Text veröffentlicht, in dem sie einerseits mehr Transparenz zu den Umständen fordert, die zur Einschläferung des 11-jährigen Gorilla-Männchens Mobali führten. Andererseits kritisiert die Stiftung die Zucht von Gorillas in Gefangenschaft im Allgemeinen und fordert vom Zoo Basel, sein Programm einzustellen.

Die Nachrichtenagentur Keystone-SDA hat den Zoo Basel am Dienstag um eine Stellungnahme ersucht. Dieser will an der Haltung und Zucht von Gorillas festhalten, wie eine Sprecherin schreibt. Er beteilige sich zwar an der Erhaltung ausserhalb des natürlichen Lebensraums (ex-situ) der Europäischen Vereinigung von Zoos und Aquarien (EEP der EAZA), führe aber kein eigenes Zuchtprogramm.

Anlass waren Nachrichten aus dem Zoo Basel von vergangener Woche. Mobali wurde eingeschläfert, nachdem ihm der Silberrücken Yeba (14) Bissverletzungen im Genitalbereich zugefügt hatte. Im selben Zeitraum wurde bekannt, dass Yeba auch ein vier Tage altes Jungtier zu Tode gebissen hatte – ein Unfall während Rangeleien mit der Mutter des Neugeborenen.

In ihrem Text hält die FFW fest, dass sie das System zur Zucht von Gorillas in Gefangenschaft seit langer Zeit kritisiere. Konkret bemängelt sie daran drei zentrale Punkte, die aus ihrer Sicht gegen solche Zuchtprogramme sprechen.

Es geht um die soziale Situation der Tiere in einem menschengemachten System, einen dadurch entstehenden Überschuss von Männchen sowie den aus Sicht der FFW mangelnden Bedarf einer Reservepopulation zur Erhaltung von Gorilla-Arten.

Erstens könnten die Tiere ihre Sozialpartner im Zoo nicht frei wählen, die Gruppe nicht verlassen und Konflikten nicht räumlich ausweichen, wie sie dies unter natürlichen Bedingungen könnten, schreibt die Stiftung. Stattdessen würden die Gruppen von Menschen zusammengestellt, die Tiere zwischen Zoos transferiert, kastriert oder voneinander getrennt gehalten.

Der Zolli schreibt allgemein dazu, dass er von der Qualität seiner Primatenhaltung überzeugt sei. Wäre dies nicht der Fall, würde er die Haltung der entsprechenden Arten sofort einstellen, heisst es.

Zweitens werden männliche und weibliche Gorillas in etwa gleicher Zahl geboren, wie es bei der FFW heisst. Da die Zuchtgruppen in Zoos aber meistens aus einem dominanten Männchen und mehreren Weibchen bestünden, komme es so zu einem unnatürlichen Überschuss an Männchen.

Trotz Massnahmen wie der Verringerung der Zahl züchtender Weibchen, der Bildung von Junggesellengruppen, Kastrationen und der Tötung überschüssigen Männchen bleibe das Problem bestehen, heisst es weiter. Die Kastration sei zudem ein schwerwiegender Eingriff mit nicht absehbaren Folgen, der Harmonie nicht garantiere.

Für den Zoo Basel bildet der Vorfall zwischen Yeba und Mobali die Ausnahme von der Regel. Im europäischen Ex-situ-Programm lebten knapp vierzig kastrierte Gorillas. Viele dieser Tiere hätten einen Silberrückenwechsel mitgemacht, der jeweils erfolgreich verlaufen sei.

Und drittens kritisiert die FFW, dass eine Reservepopulation in Gefangenschaft gar nicht zu den empfohlenen Arterhaltungsmassnahmen der Internationalen Union für die Erhaltung der Natur (IUCN) gehöre. Diese konzentrierten sich vor allem auf den Schutz wildlebender Gorillas und ihrer Lebensräume, die von Wilderei und Krankheiten bedroht seien. Die Auswilderung von Menschenaffen sei eine «äusserst komplexe und risikoreiche Artenschutzmassnahme».

Demgegenüber schreibt der Zoo, dass eine Kommission der IUCN im Jahr 2023 ein Positionspapier veröffentlicht habe, in dem sie den «bedeutenden Beitrag» anerkenne, den Zoos, botanische Gärten und Aquarien zum weltweiten Artenschutz leisteten.

Im Rahmen des «One Plan Approach» (Ein-Plan-Zugang) planen Verantwortliche von wild und unter menschlicher Obhut lebenden Populationen gemeinsam den Artenerhalt in gesunden Ökosystemen, wie die Spezialistengruppe für Erhaltplanung der IUCN auf ihrer Webseite schreibt. Der Zoo hält fest, dass damit eine Lücke geschlossen werde.

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