Erni Maissen: Welchen Vorteil der Brand dem FCB bringt

Beim FCB hat's gebrannt, das Spitzenspiel gegen Thun findet erst dieses Wochenende statt. Üble Bilder, aber ein sportlicher Vorteil, schreibt Erni Maissen.

Das Wichtigste in Kürze
- Sportlich kann die Spielverschiebung gegen Thun für den FCB zum Vorteil werden.
- Am schlimmsten erwischt hat es Albian Ajeti.
- Hier kommt die Nau.ch-Kolumne von Erni Maissen.
Es sind üble Bilder, die der FCB publiziert. Russ, soweit das Auge reicht. Garderobe, Büro, Wellnessbereich, Physio-Ecke, Nasszellen – die Basler gehen von einem Totalschaden aus.
Spätestens jetzt dürfte auch im Berner Oberland jedem klar sein, warum das Spitzenspiel nicht stattfinden konnte...
Viele Thun-Fans tobten, nachdem der FCB um eine Spielverschiebung bat und der Antrag gutgeheissen wurde. Kopfschütteln. Soll der Team-Arzt etwa ohne Verbandskoffer anreisen?
Die Spielverschiebung war der komplett richtige Entscheid. Da wurde sämtliches Material vernichtet. Neu empfängt der FC Thun den FC Basel diesen Samstag um 20.30 Uhr.
Der FCB weiss jetzt: In Thun zählt nur der Sieg
Zum Glück wurde niemand verletzt. Doppeltes Glück für den FCB: Aus sportlicher Sicht wird die Brand-Verschiebung um eine Woche für den FCB nun sogar zum Vorteil.

Die Mannschaft von Stephan Lichtsteiner weiss: Der FC Sion hat gewonnen und drückt von hinten (noch ein Punkt Rückstand). Der FC Lugano hat gewonnen, liegt vier Punkte vor Basel. Der FCB muss in Thun also unbedingt auf Sieg spielen, will man nach Europa.
Das ist eine ganz andere Ausgangslage. Die Basler können jetzt auf die Spiel-Ausgänge reagieren.
Spezial-Schuhe vs. 08/15-Schuhe
Eine Sache hat mich beim Garderoben-Brand verwundert. Wie viele Fussballer haben heute eigentlich Spezial-Schuhe?
Für jeden Spieler wird ein Schuh mit Extra-Einlagen produziert. Natürlich ist das dann ein Problem, wenn diese verbrennen.

Wir spielten früher mit 08/15-Schuhen von Puma oder Adidas. Wenn mein Schuh kaputt war, ging ich mit ihnen zum Materialwart. Dann gab es ein Paar neue. Wenn am gleichen oder nächsten Tag ein Match anstand, dann konnte man sie nicht mehr gross einlaufen.
Die Zeiten ändern sich. Trotzdem finde ich: Für Match und Trainings sollten Spieler immer Reserve-Schuhe zu Hause haben. Im Nachhinein ist man aber bekanntlich immer schlauer.
Albian Ajeti hat es am schlimmsten getroffen
Kaputt gingen nicht nur «Alltagsgegenstände», sondern auch persönliche Sachen. Von mir aus am schlimmsten erwischt hat es Albian Ajeti.

Der Stürmer verlor im Joggeli-Feuer um die 40 Tausch-Trikots, wie er selbst erzählt. Das kann ihm – im Gegensatz zu Schmids Schienbeinschonern mit Familienfotos drauf – niemand ersetzen.
Auch hier stellt sich die Frage, warum die Trikots im Joggeli gelagert waren. In der FCB-Garderobe scheint ein Riesen-Arsenal an Spieler-Material eingebunkert zu sein.
Trotz Garderoben-Brand: Luxus-Situation beim FCB
Wie geht es weiter? Finanziell dürfte es ein Versicherungs-Fall werden, heisst es.
Sportlich? Darf der Brand keine Rolle spielen. Ich wiederhole: Zum Glück wurde niemand verletzt.
Der FCB plant im Moment, wie die letzten drei Heimspiele über die Runden gebracht werden sollen. Die kompletten Katakomben können wohl bis Saisonende nicht mehr gebraucht werden.
Ja, die Garderobe ist für einen Fussballer wie ein zweites Zuhause. Die Bequemlichkeit schwindet sicher ein bisschen. Trotzdem befindet sich der FCB in einer Luxus-Situation.
Shaqiri, Hitz und Co. können einfach auf den Nachwuchscampus bei den Sportanlagen St. Jakob ausweichen. Gleich nebenan.
Bei GC wäre der Aufwand etwa deutlich grösser. Vom Campus bis zum Letzigrund ist es eine halbstündige Autofahrt.
















