Stadt Basel

«Heftige Diskussionen» zwischen Deutscher Bahn und SBB

Etienne Sticher
Etienne Sticher

Basel,

In Basel kam es wegen Verspätungen zu «heftigen Diskussionen» zwischen der DB und den SBB. Die Begründung aus Deutschland wird bezweifelt.

sbb
Verspätungen der DB sorgen für heftige Diskussionen mit den SBB. - keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • In Basel hat ein ICE der DB wegen Störungen im deutschen Netz Verspätung.
  • Es kam zu «heftigen Diskussionen» zwischen DB und SBB.
  • Die Verspätung wird mit einem Blitzeinschlag begründet – doch das wird bezweifelt.

Am Samstagmorgen fuhr der ICE 200 von Basel nach Hamburg nicht ab. Für Aufsehen sorgen der von der Deutschen Bahn angegebene Grund und die «heftigen Diskussionen» mit den SBB.

Wie die «Aargauer Zeitung» berichtet, wurden die wartenden Passagiere im deutschen ICE über die Verspätung informiert. Wegen Problemen auf dem deutschen Netz sei der Lokführer noch nicht da.

15 Minuten nach der geplanten Abfahrt und der Ankunft des Lokführers kam eine weitere Durchsage: «Bitte entschuldigen Sie die Verzögerung. Aber es gibt gerade heftige Diskussionen zwischen der Deutschen Bahn und den SBB, ob der Zug überhaupt noch ausfahren darf

Kurz später wurden die Passagiere informiert, dass der Zug nicht abfahren dürfe. Man solle doch die S-Bahn benutzen.

Meteorologe bezweifelt Blitzschlag-Ausrede

Die Deutsche Bahn begründet die Probleme auf ihrem Netz mit einem Blitzeinschlag in der Nacht in eine Oberleitung bei Herbolzheim. In der Folge sei es zu Verspätungen und Teilausfällen gekommen. Auch Verbindungen in die Schweiz waren betroffen, die SBB hätten die fehlenden Züge ersetzt.

Doch an der Blitzeinschlags-Begründung gibt es Zweifel: «Zu jenem Zeitpunkt gab es nicht mal einen Schauer über Herbolzheim», sagt Meteorologe Jörg Kachelmann zu «CH Media». Weder das Satelliten- noch das terrestrische System hätten dort oder in der Nähe einen Blitz registriert. Zudem schliesse er einen Blitzschlag aufgrund der Wetterlage aus.

Bist du oft im Zug unterwegs?

Doch weshalb würde die DB einen Blitzeinschlag als Ausrede für Verspätungen erfinden? Möglicherweise wegen der überarbeiteten EU-Bahngastrechteverordnung. Denn diese besagt, dass Bahnunternehmen den Passagieren keine Entschädigung zahlen müssen, wenn die Verspätung auf «höhere Gewalt» zurückzuführen ist.

SBB schieben Verantwortung an DB ab

Und auch die «heftigen Diskussionen» zwischen DB und SBB sorgen für Fragezeichen: Weshalb konnte der ICE nicht losfahren?

Die SBB erklären, sie hätten den Zug nicht gestoppt, es habe keinen Grund gegeben, ihn nicht fahren zu lassen. Sie schieben die Verantwortung an die DB ab, denn die Störung habe deren Infrastruktur betroffen.

Für einige der Passagiere des betroffenen ICE begann nach der letzten Durchsage eine lange Reise. Sie stiegen wie empfohlen in den ICE 372 nach Berlin Ostbahnhof. Doch dieser war zu voll. Das Personal informierte die Passagiere darüber und bat jene, die keine Reservierung hatten, den Zug aus Brandschutzgründen zu verlassen.

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